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Turniere

Pädagogencup 2018

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Als Gott die Schönheit schuf, dachte er nicht an Frauen oder Kunst, sondern, weil er zweifellos männlich ist, zuerst einmal an Fussball. Ein gelungener Doppelpass kann, wenn er zusätzlich zweifach gespielt wird, eine solche Eleganz ausstrahlen – ein Heber so ein Glück verbreiten, dass Ehrfurcht und Seligkeit folgerichtig entstehen. Es gibt Teams, die das auf den Platz bringen.
Und es gibt uns.

Im letzten Jahr hatten wir den Pädagogencup mit einer Finalteilnahme abschließen können und sahen damals auch bis 2 Minuten vor Schluss wie ein würdiger Cupsieger aus. Klar, der Platz war damals regenbedingt eigentlich unbespielbar und alle Teams liefen barfuß auf, was die technischen Anforderungen übersichtlich bleiben ließ. Trotzdem: dieses Handicap hatten ja nun mal alle und wir hatten einfach ein super Turnier gespielt. Entsprechend starteten wir diesmal mit einer ungewohnten (Mit)Favoritenrolle. Dass man mit dieser Belastung auch bei einer WM scheitern kann, hatte der letzte amtierende Weltmeister in vollendeter Peinlichkeit bereits verdeutlicht.

Entsprechend gewarnt gingen wir dieses Turnier an. Die diesjährigen äußeren Bedingungen boten exzellentes Wetter mit Traumkulisse und das Turnier startete pünktlich 10 Uhr.

Überraschend waren von den avisierten 12 Spielern bloß 7 vor Ort. Eigentlich sogar bloß 6, da Adrian Zuschauer sein wollte, mein Flehen aber nicht aushielt und sich also doch umzog. Unsere Neuzugänge vom Balkan fehlten, Michel sagte ab und Emanuel – unsere dynamische Geheimwaffe - verschlief, oder vergaß und kam erst zum 3. Spiel. Dadurch bestand unser Team aus: Torwart Benny davor Frank, Peter und Adrian, Mittelfeld mit Torsten und Christoph, sowie dessen Sohn im Sturm. Altersdurchschnitt dank Sohnemann knapp 50.

Das erste Spiel ging gegen den Ausrichter: die SG Pädagogik. 10:00 Uhr und 2 Sekunden führten wir bereits mit 1:0. Wir hatten Anstoß und Christoph, von seinem Sohn angespielt, schoss einfach mal aufs Tor. 2. Ballberührung – deren Torwart offenbar noch im Tiefschlaf, Einschlag außen rechts – Führung. Unhaltbar sieht anders aus, aber was soll´s. So werden wir also für die Ewigkeit mit dem schnellsten Tor beim Pädagogen-Cup in deren Analen stehen. Dass es gleichzeitig unser einziges Tor bei diesem Turnier bleiben sollte, wird wohl auf ewig auf unserer Homepage stehen. Ein Spitzenteam weiß nun, was es zu tun hat. Strafraum verteidigen, Ball möglichst lang in den eigenen Reihen halten, sicher spielen, Chancen kreieren und natürlich nutzen. Die SG wusste aber auch was zu tun ist. Ball hoch in den Strafraum schlagen, sich freuen, dass unser Torwart und der Abwehrspieler gleichzeitig zum Ball gehen, um ihn sich dann gegenseitig wegzupatschen und per strammen Schuss einfach den Abstauber geben. 10:00:40 stand es 1:1 und Benny und Frank brüllten sich zum ersten Mal an. Alles eine Konzentrationsfrage, die auch von Torsten in dieser Phase ausbaufähig beantwortet wurde. Viele Ballverluste, merkwürdigste Abspielversuche und ulkige Einwürfe, für die sich D-Jugendspieler geschämt hätten, waren unsere Leistung gegen wirklich robuste und erfahrene Gegner. Christophs Sohn im Sturm sah gegen Verteidiger von 1,85 m mit 90 kg ähnlich kümmerlich aus, wie ich in der Abwehr gegen Leute die etwas vom Spiel verstehen und mich mit ihrem Körper zum Flumi machten. Folgerichtig wurde unsere Überforderung in deren Tore gemünzt. 3:1 verloren, aber immerhin auch 1:0 geführt.
Im 2. Spiel mussten nun die Weichen für den Finaleinzug gestellt werden. Hier begegneten wir unserem Gegner auf Augenhöhe. Eine Schwäche war schnell erkannt, denn deren Torwart hatte offenbar seit Tagen gezecht und machte jeden Rückpass zu einem Vabanquespiel. Man hätte eigentlich bloß mal aufs Tor schießen müssen, was uns aber gegen aggressiv verteidigende Spieler praktisch nie gelang. Schüsse aufs Tor gab es kaum, eher mal so Richtung Tor, was dazu führte, dass ein Gutteil der Zeit für´s Ballholen drauf ging. Unserem Sturm fehlte Präsens, die Abwehr arbeitete anständig, im Mittelfeld gab es aber bereits erste Ausfälle. Torsten verzog sich den Rücken, Christoph bekam eine Oberschenkelverhärtung, die seinen Radius minimierte.

Auch ich bekam einen Ball aus einem Meter voll ins Gesicht, so dass mein Augapfel einblutete. Kein Grund, auf dem rechten Auge blind zu sein (ich grüße auch meine sächsischen Leser) - allerdings begründete das dann meine solide Abwehrleistung, mieden die Angreifer doch nun meine Seite, weil sie in mir den Krieger erkannten. Auch bei meiner Frau wich die anfängliche Sorge schnell einem Zungen schnalzen, ob meines verwegenen Aussehens ... - aber wenden wir uns wieder dem Turnier zu. Wie wir kam auch der Gegner kaum zu echten Chancen, besann sich dann aber der einfachsten Taktikregeln. Ein solider Doppelpass mit gelungenem Abschluss machte den Unterschied und wir verloren nicht bloß das Spiel, sondern auch die Hoffnung, das Vorrundenaus abwenden zu können.
Nun trudelte Emanuel ein und ersetzte Christoph, der kaum noch laufen konnte. Das letzte Spiel machte beiden Teilnehmern Spaß. Es war offen, fair, sah gelungene Aktionen auf beiden Seiten und endete leistungsgerecht 0:0. Unsere Abschlussschwäche hatte auch Emanuel nicht beseitigen können, aber dafür zeigte sich der Torwart verlässlich und die Abwehr belastbar.

Natürlich ist der Anspruch des SSV nicht der vorletzte Platz und eine Ananas zu gewinnen, aber trotzdem konnten wir das Turnier unterstützen, ein Bier trinken und uns wenigstens als würdiger Teilnehmer beweisen.
Nächstes Jahr auf ein Neues oder integrativer: starting over – wie wir für unsere zugereisten Freunde sagen, die auch dieses Jahr den Pokal im Finale gegen die SG Pädagogik gewannen.

p.j.


Cup 2017

Praeludium:

In Jena regnet es nie. Das ist so sicher, wie der Blitzer im Tunnel. Seit Generationen werden hier Kinder eingeschult, die erst im Fach Heimat- und Sachkunde den Begriff Regen erläutert bekommen. Deshalb spielen wir Sommers wie Winters draußen und verschwenden auch für Veranstaltungsplanungen keinerlei Gedanken an Wetterunbill. So war für unser Pre-Turnier-Vereinsfest am Cupvorabend (15 Jahre SSV) der Grill aufgestellt und zusätzlich harrten einige Bierkästen der feierwütigen SSV Mitglieder. Aber ausgerechnet an diesem Abend hatte sich das Standardhoch über Jena mit einem dahergelaufenen Tief gebalgt und was daraus entstand, schaffte es sogar in die Nachrichten:

Laut Unwetterzentrale blitzte es mehr als 33.000 Mal innerhalb einer Stunde. Nachdem Jena am Donnerstag mit 30,9 Grad Spitzenreiter bei den sommerlichen Temperaturen war, führte Jena am Freitag die Liste mit dem meisten Regenwasser an. Laut MDR-Wetterstudio fielen innerhalb von einer Stunde 32,3 Liter Wasser pro Quadratmeter.

Wie immer: Jena auf Platz 1 – was uns für den Cup sehr optimistisch stimmte. Der Nachteil war, dass unser Vereinsmitglied André als Feuerwehrmann seine Turnierplanungsmeditation durch Keller auspumpen ersetzen musste und der Besucherandrang zum Vereinsfest recht übersichtlich blieb. Trotzdem schaffte es der eine oder andere durchs Chaos bis zum Westsportplatz und dort wurde dann gezecht und geschwatzt, bis der regenbedingte Kälteeinbruch auch die Beständigsten vertrieben hatte.

Turnier:

Bereits vor dem Frühstück meldeten sich besorgte Teams per whatsapp: Findet das Turnier statt? Klar. Die Sonne schien, es gab ein paar kleine Wölkchen, es war nicht mehr so warm – idealstes Fußballwetter. Auf dem Westsportplatz angekommen, waren schon einige Teams vor Ort, der neue Sponsor war auch da und die Aufbauarbeiten fast abgeschlossen. Wir bekamen unsere neuen Shirts überreicht, dankten artig, machten uns warm und begutachteten den Platz. Der Rasenplatz war in einem super Zustand. Dass es die Kreide zur Platzmarkierung weggeschwemmt hatte und die Tornetze nicht zu finden waren sind ignorierbare Petitessen. Wir markierten mit Hütchen, appellierten an Fairplay bei Torentscheidungen und waren startbereit. Ein Team fehlte – selber schuld.

Torsten eröffnete das Turnier, stellte Modus, Sponsor und Ablauf vor und schon ging es los. Es wurden 2 Gruppen ausgelost und die nachfolgenden Finalspiele sollten nach der Platzierung in den Gruppen ausgespielt werden. Die Gruppensieger qualifizierten sich also für das Spiel um Platz 1, die Zweitplatzierten für das Spiel um Platz 3 und so weiter. Unsere Gruppe komplettierten Teams von Bechtle Weimar, den Johannisbuben und der SG Handel. Die 2. Gruppe bestand aus den Erlangen Rangers und Teams aus Burgau und Lobeda, während Zwätzen kniff. Jede Mannschaft sollte 6 Feldspieler plus den Torwart stellen. Unser Mitglied Frank brachte seine Torwartqualitäten als Export bei einem numerisch indisponierten Team ein. Wir helfen halt gern, noch dazu, wo wir doch unseren ehemaligen Torwart Elmar nach Jahren der Abstinenz überraschend am Donnerstag vor dem Cup zum Abschlusstraining begrüßen durften. Ich hätte ihn beinahe nicht wiedererkannt...

Das erste Spiel ging gegen Bechtle Weimar. Eine Betriebssportgruppe aus verschiedenen aktiven Spielern speziell für den Cup zusammengestellt. Besonders gern gesehen: auch eine Frau war im Team. Durchschnittsalter ca. 35. Unsere Aufstellung sah folgender Maßen aus: Torwart Elmar, davor links Jörg, Mitte Frank, rechts ich, Mittelfeld mit Christoph und vorn unsere Spitzen links Danny und rechts Friedemann. Das heißt: Abwehr Durchschnitt 50 Jahre, Mittelfeld 45 Jahre, Angriff 25 Jahre. Unschlagbar. Ich gab noch die Parole aus, dass es in diesem Spiel um die Höhe des Ergebnisses gehen würde und los gings.

Überraschender Weise spielte Bechtle nicht bloß mit, sondern machte gleich mal das Spiel. Wir waren auch ganz gut, kassierten aber trotzdem einen Treffer über links, der allerdings auch sehr schön herausgespielt und abgeschlossen wurde. Rückstand, Emotion, Adrenalin und etwas Hektik. Nun ging es aggressiver zur Sache, ohne unfair zu sein. Bälle wurden nun schneller, genauer und direkter gespielt. Christoph wurde von rechts schön in Szene gesetzt, nachdem er sich in der Mitte gut freigelaufen hatte, traf satt zum Ausgleich und bescherte mir einen Scorerpunkt. Friedemann rackerte wie ein Berserker und knallte den Ball beim 6. Versuch endlich zu unserer Führung unter die Querlatte. Der Rest vom Spiel war seriöse Verteidigungsarbeit. Halleluja, 2:1 gewonnen, gut gearbeitet – aber Bechtle war echt kein Kanonenfutter.

Im nächsten Spiel ging es gegen einen Traditionsgegner: die SG Handel. Ein Team, auf das wir bei verschiedenen Turnieren bereits trafen und gegen das uns bereits ein Finalsieg gelungen war. Altersdurchschnitt wie wir, aber leider bloß mit 5 Feldspielern vor Ort. Das hieß: wir mussten umstellen und dies gelang eher nicht. Ein Abwehrspieler musste draußen bleiben und da es mich traf, war der Spielverlauf absehbar. Anstoß, Ballverlust, links nicht aggressiv genug verteidigt, flacher Volleyschuss perfekt getroffen und nach 15 Sekunden stand es bereits 0:1 gegen uns. Unser Team war bloß kurz geschockt, umgehend wurde zum Halali geblasen und ein Angriff folgte auf den anderen. Die SG hielt dagegen, blieb immer gefährlich, unser Ausgleich wäre trotzdem längst verdient gewesen und wollte aber einfach nicht fallen. Friedemann war ein Laufwunder, da er vom Sturm in die Abwehr und wieder zurück sprintete. Gebete wechselten mit Gebrüll und die Zeit lief ab. Dann Schlusspfiff und Trauer. André wusste gleich, was ich schreiben würde und ich enttäusche selten.

Das letzte Gruppenspiel musste jetzt unbedingt gewonnen werden, um bei einem eventuellen Ausrutscher unserer Gruppengegner doch noch ins Finale einziehen zu können. Die Johannisbuben waren glücklicherweise mit ausreichend Feldspielern vor Ort, so dass wir erneut unsere Stammaufstellung auflaufen lassen konnten. Dieses Spiel war ein richtiges Ringen. Die Johannisbuben spielten schnell und entschlossen und schossen bei jeder Gelegenheit extrem gefährlich aufs Tor. Zweimal Latte, einmal Pfosten – Glück gehört auch dazu – oder eben Pech beim Gegner. Friedemann erledigte vorn humorlos seine Aufgabe und nutzte gleich die erste Chance nach perfektem Zuspiel von Danny zur Führung. Nun ging es heftiger auf dem Platz zu, es gab Gemecker und Mimositäten, die erst nach einigen Appellen beigelegt wurden. Ein bisschen viel Emotion, aber auch das ist Fußball. Bevor richtige Unruhe aufkommen konnte, gelang Friedemann auch noch das 2:0 und damit hatten wir uns immerhin für das kleine Finale qualifiziert.

Hier trafen wir auf den FSV Burgau, eine Mannschaft, die in ihrer Gruppe bloß gegen die Erlangen Rangers verloren hatten. Ein relativ junges Team, ein Mitspieler großflächig tätowiert, ein Quotenspieler etwas älter, überaus fair und recht dynamisch spielend. Ein schönes Spiel, mit seriösem Passspiel und recht ordentlicher Raumaufteilung. Hinten wurde gut verteidigt, Jens verschob sogar mal nach vorn, Christoph verteilte jeden Ball, Danny bereitete vor und Friedemann schob ein. Wir führten 2:0, aber auch der Gegner war gut im Spiel und erarbeitet sich Chancen. Eine Flanke des Gegners musste ich in höchster Not kurz vor Schluss beherzt aus dem Strafraum raushauen, was aus kurzer Distanz zu nah neben unser Tor kam und dadurch von Elmar dann unglücklich noch irgendwie rückwärtig ins eigene Tor bugsiert wurde. Das sah nicht extrem professionell aus, führte zum Anschlusstreffer und ließ nochmal Spannung aufkommen. Also: arbeiten, arbeiten, arbeiten und dann genießen - 3. Platz –ein tolles Turnier.

Fazit:

Wir können Fußball spielen, wir können Cup und wir haben ein Team mit bemerkenswertem Kader.

Michel: großartig. Einkäufer, Organisator, Griller – welch eine Arbeit. Danke. Adrian gleichfalls: half an allen Ecken.

Wenn man bedenkt, dass beide aus dem Westen kommen, erahnt man die integrative Kraft unseres Vereins. Eventuell waren sie aber auch schon vorher einfach wunderbar.

Torsten, der den Großteil der Organisation geleistet hat – á la bonne heure. Frank F. – auf dem Platz und in der Organisation umsichtig und verlässlich. Das lässt sich mit anderen Namen fortsetzen, aber ich möchte diese Mitglieder einfach mal herausheben, weil sie mich stolz gemacht haben.

Mit diesem Konzept und der Unterstützung können wir auch in Zukunft wunderbare Turniere erleben. Lasst uns das beibehalten.

P.S. Wenn es euch auch gefallen hat: CUP 2017 Shirt - Shop

p.j.


Samstag 27.08.2016

Pädagogencup - Westsportplatz

Sommer, Palmen, Sonnenschein - was kann schöner sein ?

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… eine Frage die jedes Mitglied des SSV auch im Schlaf mit: der PädagogenCup - beantworten würde. Deshalb reagierte ich auf die Frage des Veranstalters, ob wir denn teilnehmen würden, erst einmal gar nicht, denn dass wir immer dabei sind, liegt ja wohl auf der Hand.
Einmal hatten wir uns verweigert, weil die Warmduscher von der Pädagogik in der Halle spielen wollten. Wegen des Wetters … ! Wir spielen seit Jahren bei JEDEM Wetter draußen. Das war dann einfach nicht mehr unser Anspruch. Aber diesmal sollten die Bedingungen auch für diese Jungs ein draußen spielen möglich machen. Also Start: Samstag 10 Uhr - Sonne inklusive.

Ohne größere Folterungen war es mir gelungen, ausreichend Spieler zu akquirieren. Etablierte Kader aus der Vergangenheit (z.B. Augenarzt) waren für Indisponierte eingesprungen und als sogar Andre morgens mit 2 Bürschchen aufschlug, hatten wir eine Teilnehmerzahl, von der alle anderen Mitbewerber um den Cupsieg bloß träumen konnten.

Leider hatte Andre es versäumt, auf seine geworbenen Mitspieler im Vorfeld hinzuweisen. Zwar trug er sie am Vorabend in die Online-Turnierteilnehmeriste ein, allerdings ohne Auswahl der selbsterklärenden Menüpunkte, so dass sie dann weder als Teilnehmer, noch als Verhinderte auftauchten. Dafür führte ihre Einsatzfähigkeit am Turniertag dann dazu, dass unser Abwehrbollwerk eine Zäsur erfuhr, da der gesetzte Michel angesichts der numerischen Möglichkeiten keinen Anlass sah, dieses Turnier mit zu bestreiten und lieber seinen Bus für den mittäglichen Urlaubsstart umbaute. Klar, kann man verstehen, kostete uns allerdings auch schon vor dem Turnierstart den bis dahin sicheren Cuperfolg. Natürlich gaben die Burschen ihr Bestes, waren aber gegen körperlich robuste Gegenspieler und ohne irgendeine ernst zu nehmende Trainingspraxis beim SSV ziemlich verloren. Für solche Einsätze würde ich mir im Vorfeld eine Information / Abstimmung wünschen.

Das Turnier war gewohnt eloquent aufgezogen. Start, Spiele, Siegerehrung, zwischendurch lokales Catering und ein Holsten auf die Hand - so macht es allen Spaß. Spätestens 1/2 2 ist Schluss - das freut auch die Familie. Perfekt.

Unsere Gruppe bestand aus 5 Teams: SSV, SG Pädagogik, Jena West, Walschleben und No Maam. 2 Gruppen wurden im Turnier gespielt, danach Spiel um Platz 3 oder 1 nach Gruppenplatzierungen. Kurz und knackig.

Wir waren mit Christoph, pj, Adrian, Jürgen, Sportlehrer, Elmar, Schorsch, Adrian und Friedemann, sowie den beiden Knaben (Namen werden nachgetragen) gut besetzt und auch auswechselfähig (gab es das schon mal ?).

Bei Teams, die in geringerer Mannschaftsstärke angereist waren, wurde 5+1 gespielt, bei Spielen mit 6+1 kamen wir aber deutlich besser zurecht. Schiedsrichter war immer jemand von einem spielfreien Team. Wenn ich das mit unserem Aufwand bei eigenen Turnieren vergleiche … Hotelzimmer, Catering, Unterhaltungspaket und Präsente für die Schiedsrichter - es geht auch einfacher.

Im ersten Spiel trafen wir auf No Maam. Solides schnelles Spiel, recht robuster Einsatz, leider waren die auch ziemlich konterstark, was uns kurz vorm Schlusspfiff den Turnierstart verhagelte. Die schossen 2 mal auf unser Tor und es passte, während wir Chancen für 3 Spiele brauchten, um durch Christoph zwischenzeitlich zum Ausgleich zu kommen. So lief es dann eigentlich das gesamte Turnier. Wir spielten gut, teilweise richtig gut. Z.B. im 3. Spiel gegen die SG Pädagogen, dass 0 zu 0 endete. Hier war praktisch kein Unterschied auszumachen. Ja, sie standen auch einmal total frei vor unserem Tor, aber wir schossen genauso auch mal an deren Pfosten. Übrigens waren wir mit dieser Leistung das einzige Team, dass dem späteren Turniersieger ein Unentschieden abringen konnte. Courage war vorhanden, Spielwitz, Schnelligkeit, Übersicht - bloß ein Quäntchen Glück fehlte. So bei meinem Lupfer, der einen Meter zu kurz geriet und dadurch vom Torwart entschärft wurde - und seine Panik im Gesicht bringt halt keine Punkte. Gegen Jena West bekommen wir nach Führung durch Dödelei noch per Hacke den Ausgleich - Abpfiff, shit happens. Und gegen Walschleben, die ich im Vorfeld despektierlich die Bärchies nannte, bloß weil ein, zwei ihrer Spieler zum knuddeln süß aussahen, verloren wir sogar, weil sie halt auf dem Platz absolut humorlos agierten.
Und trotzdem: es war ein Fest. Es machte Spaß, Holsten knallt am dollsten und die SSV Finalteilnahme erledigte dann wenigstens unser Spielball. Zusätzlich wurde Andre zum Schiedsrichter des Turniers erklärt und wir gewannen auch noch eine total tolle, geile, super gefüllte Tüte Äpfel.

Bitte nicht fragen, ob wir kommendes Jahr dabei sein werden - wir sind gesetzt.

p.j.


Freitag 10.07.2015

Ü-35 - Turnier in Thalbürgel

Es war großartig. 5 Spiele gemacht. 2 * Unendschieden 0:0, eines verloren mit 0:1 nach einem Fehler von Danny, der seinen Gegenspieler in die Mitte des Strafraums laufen ließ, der dort volley nach optimalem Zuspiel abschloß.

Ein Spiel mit 1:0 gewonnen durch Fußballgott Traugott nach schönem, blickigen Zuspiel durch Matthias P. gegen die beste Torhüterin des Turniers.

Lichtblick: die Abwehr, Ausbaufähig: der Angriff. Wir waren trotz Topbesetzung zu ungefährlich und kamen kaum zu Torchancen, die dann auch nicht entschlossen genutzt wurden.

Dadurch 3. nach der Vorrunde und leider keine Quali für die Halbfinals. Sehr gute Turnierbedingungen, sehr anständige Beteiligung und Aufstellung. Wir können das!!


Samstag 7.9.2013

Pädagogencup - Westsportplatz

Unser Spochtlehrer Torsten erzählt ja bei jeder unpassenden Gelegenheit, dass ihm aus ulkigsten Körperöffnungen die Sonne scheint, ein Privileg, dass die SG Pädagogik bei gleicher Profession glücklicher Weise nicht ausschließlich rektal genießt, denn wie in jedem Jahr war deren aktueller Spätsommercup wieder mit perfektem Wetter gesegnet. Gleichfalls wie in jedem Jahr gestaltete sich die Spielernominierung überaus schwierig. Nicht etwa, dass eine Turnieransetzung mit allerbesten Fussballbedingungen an einem Samstagvormittag den ungezügelten Ehrgeiz aller Akteure des SSV hervorrufen würde und wir uns aus dem umfänglichen Mitgliederbestand die geeignetsten Kader auswählen könnten – nein, es brauchte hochnotpeinliche Befragungen bis zum Direktmarketing bei einigen Spielerfrauen um dann doch noch die numerische Grundanforderungen an eine Mannschaft von 5 + 1 auf den Platz zu bekommen. Auf adäquate Qualitätsmerkmale, die dem SSV Ruhm und Ehre erkämpfen könnten, wurde bei solch überschaubarem Engagement logischer Weise dann keinerlei Rücksicht genommen.

Jeder der kam durfte spielen – ein Zustand, der von vielen beim eigenen „Cup der guten Hoffnung“ gewünscht war... Die Mannschaftsaufstellung ergab sich zwangsläufig: Benni im Tor, links hinten Peter, Mitte Jürgen und rechts hinten Holger. Das Mittelfeld bildete Frank, der sich gern Horst nennen läßt und vorn sollte Tobi eine mindestens 100% Quote beim Torabschluss erzielen. Wir starteten in Gruppe A mit den Teams: Pädagogik Jena, FSV Burgau, BSF Paradies und Ampulle Jena. Die Gruppe B bestand aus dem Thür. Kolleg, Slideriders, Hammergrund und zwei weitere Pädagogik Teams. Spielzeit 15 Minuten – das sollte konditionell machbar sein. Der Spielplan sah nach der Vorrunde dann auch bloß noch die Spiele um Platz 1 und 3 vor – das war angenehm kurz und relax.

Zusätzlich war in diesem Jahr erstmalig ein Wanderpokal gestiftet, der mit seiner angemessenen Größe im SSV-Devotionalienschrein unseres Stammlokal der „Schönen Aussicht“ ein gutes Bild abgeben würde.

Wir starteten 10 Uhr pünktlich gegen Jena Paradies. Taktieren gab es nicht und es ging dynamisch zur Sache. Die Abwehr stand, Horst verteilte Bälle und mancher Pass kam sogar an, was Chancen ermöglichte. Ein Spiel, in dem wir gut zurecht kamen. Ein kleiner Fehler passierte trotzdem, den die Paradiesvögel zur Führung nutzen konnten. Das verunsicherte aber nicht, sondern weckte zusätzlichen Ehrgeiz, der zwangsläufig zum Ausgleich führte. Wären wir in Turniersituationen weniger hektisch, könnten wir gegen solche Teams auch gewinnen. Aber ok, 1 zu 1 – es gab auch schon Turniere, in die wir schlechter gestartet waren.

Nun gab es 2 Spiele Pause, die wir zum Studium unserer Gegner nutzten. Das Ergebnis: gegen Ampulle ging noch mehr. Die waren zwar durchschnittlich einen Kopf größer als ich, aber hey – wer war das nicht. Allerdings hatten die offenbar ihr erstes Spiel verloren und wollten nun endlich Punkte. Sie rannten also wie die Wilden und wir mußten erst mal Ruhe ins Spiel bringen. Diese Ruhe muß man aber auch nicht zwangsläufig beim zurück laufen zur Vermeidung eines Konters nach eigenem Eckball beibehalten. Ich stand also allein gegen einen 1,97 Knaben von 130 kg, der mich praktisch unter den Arm nahm und in der Drehung abschloss. Von Benni war ich kurz enttäuscht. Zum Glück schafften wir wenige Minuten vor dem Schluss noch den Ausgleich, den Tobi mit absolutem Einsatz und Willen nach heftigem Foul im Hinfallen mit Fußspitze erzielte. Das der Schiedsrichter Vorteil wertete und das Tor trotz parallelem Pfiff gab, wurde vom Gegner unsportlich kommentiert.

Wer in die Finals wollte, mußte uns erst mal schlagen. 2 Teams hatten das nicht geschafft, leider machten die anderen beiden das besser. Mittlerweile war es sehr warm geworden. 15 Minuten waren doch überraschend anstrengend und bei der Hitze konnten wir keine Auswechslungen vornehmen, was ein erheblicher Nachteil zu allen Gegnern war.

Im 3. Spiel kamen auch die Pässe von Jürgen und mir sehr ungenau. Horst orientierte konditionell nun mehr nach hinten und tauschte mit Jürgen öfter die Position. Holger war auch bereits ausgelaugt. An dieser Stelle fehlte uns nicht nur die körperliche Fitness, auch mit unserer geistigen war es offensichtlich nicht weit her. Eine logische Konsequenz wäre gewesen, ab jetzt mit fünfer Abwehr zu spielen und auf einen Konter zu hoffen. Wir Dussel ließen aber unsere Aufstellung so wie sie war, wurden rechts überlaufen, mußten also in diese Richtung nachrücken, was Platz für deren schnellen Mann links schuf und wieder zum zurück rennen zwang. Am Anfang klappte das noch, aber dann wurden wir zu langsam und Burgau schloss 2 mal unhaltbar ab.

Schlimmer wurde es dann im letzten Spiel, bei dem man schon zu Beginn sah, dass uns der Schneid abhanden gekommen war. Es gibt Spiele, da ist man unterlegen und es gibt Spiele, da kann der Unterschied eigentlich gar nicht mehr beschrieben werden. Die Pädagogen überrannten uns mit einer Inbrunst, Spielfreude, techn. Raffinesse und Abschlussstärke, so dass wir nur durch Handtuchwurf ein akzeptables Ergebnis hätten erzielen können ... Exemplarisch einfach mal deren Nummer 11. Der lief ungebremst einfach gerade durch unsere Mitte und knallten den Ball ansatzlos unter die Latte. Gegenspieler hatte er gar nicht mitbekommen. Wir hatten keine Chance, ließen aber noch immer unseren Stürmer einsam vorn in der Sonne verdorren. Zum Glück dauerte auch dieses Spiel nur 15 Minuten und das Frustbier im Anschluss war wunderbar kalt.

Statt Pokal nahmen wir ein wenig Obst mit nach Hause. Aber mit Bananen hat man die Ossis schon immer rum gekriegt: wir kommen also wieder.

p.j.


Samstag 29.6.2013

Thalbürgel

Nach langen und intensiven Agitationsgesprächen mit jedem einzelnen Kader der Fussballsektion des SSV, war es gelungen, die absoluten Ausnahmespieler unseres Vereins zum Turnier auf das Feld schicken zu können. Beinahe ohne physische Gewaltanwendung erklärten sich Christoph, Torsten, Frank F., Matthias K., pj und Jürgen, sowie Benny im Tor bereit, die Fahne des SSV in der leicht nach Kuh riechenden Thalbürgeler Morgenbrise zu hissen. Hier galt es eine Duftmarke zu setzen, obwohl es nicht einfach war, die vorhandene zu überlagern. Als Handicap stellte sich die Nominierung von Jürgen heraus, der da wohl irgendetwas missverstanden hatte und nicht mit ins Taxi stieg. So mussten wir die erste Partie in Unterzahl angehen und das gegen den Titelverteidiger Gera. Wir verkauften uns großartig, hielten das 0:0 und rissen mit dem Schlusspfiff jubelnd die Arme hoch. Heimtückischer Weise war das aber bloß der Halbzeitpfiff – man hätte eben doch die Turnierregeln lesen sollen. Unsere kurze Konfusion wurde nun genutzt und Gera ging in Führung. Trotzdem nun unsere Nachnominierung Stefan zwischenzeitlich eingetroffen war und wir damit numerisch ausgeglichen waren, verloren wir das Auftaktmatch. Nichtsdestotrotz hatten wir den Eindruck: hier geht etwas. Im zweiten Spiel gegen Kraftsdorf kam praktisch nie Sorge auf. Die Abwehr spielte perfekt – an dieser Stelle möchte ich einmal pj hervorheben, der abgeklärt, schnell und sicher die Angriffe von Kraftsdorf seriös klärte. Ein Manko war der Angriff. Torsten, wie so oft, häufig überhastet, Christoph turnierlike auf 180, Matthias K. zu häufig auf körperloses Spiel beharrend, was Ballverluste aber selten Schiedsrichterpfiffe nach sich zog. Kurz vor dem Schluss bekamen wir dann doch noch nach peinlichem Torwartfehler ein Gegentor und verloren damit unglücklich. In der Pause wurden Fehler analysiert: mehr Pässe nach vorne spielen, Kritikgespräche geführt: Christoph bleib vorne, Matthias nicht zedern sondern Ball schnell laufen lassen, Benny ruhig mal nen Ball aufnehmen und vorallem: gewinnen. Das war eine kluge Strategie, die gegen eine Jenaer Mannschaft mit Raab Karcher auf der Brust zu einem klaren 2:0 Sieg führte. Christoph tat das, wofür ich ihn seit Jahren bezahlen lasse: er schoss ein Tor. Schöne Vorbereitung von pj, Pass auf Frank, schnell weitergeleitet in den freien Raum, guter spritziger Antritt von Christoph und perfekter Abschluss. Um zu zeigen, dass muddeln auch erfolgreich sein kann, stibitze Matthias K. dem Torwart noch einen Ball vom Fuß und stocherte ihn ins Tor. So konnte es weiter gehen, leider gab es bloß noch ein Spiel. Diesmal gegen den SV Thalbürgel. Heimmannschaft mit tausenden Anhängern auf den Tribünen. Bisher alle Spiele gewonnen, also genau die richtigen, um von uns aus dem Turnier genommen zu werden. Die Jungs waren wirklich motiviert und wurden von Countryklängen aus dem Festzelt nach vorn getrieben. In uns fanden sie aber ihren Meister. Die Laufwege wurden gut zugestellt, unser Angriff lauerte auf seine Chance und die Abwehr versah ihren Job mit deutscher Gründlichkeit. Das Thalbürgel überhaupt zu einem Tor kam, lag an einer glücklichen Einzelaktion und dem Umstand, dass das Tor sicher 5 cm zu weit rechts stand. Trotzdem ließen wir uns nicht beirren, verteidigten, spielten und erzielten mit einem wundervollem Steilpaß mit anschließendem Torwarttunnel das 1 zu 1. Thalbürgel war düpiert, ihr Turniersieg ohne weiße Weste bloß noch die Hälfte wert, aber wir dafür im Gegensatz absolut zufrieden. Schönes Turnier – wir sind im Aufwind.

p.j.


Samstag, 15.September 2012

Pädagogen-Cup - Westsportplatz

Das Westsportplatz Turnier unserer Freunde von Pädagogik Jena ist immer sehr schön klein, gemütlich, überschaubar und entspannt. Es gibt ein wenig catering, traditionell angenehmes Wetter und eine überschaubare Anzahl von Teams, so daß man kurz nach dem Mittag immer recht glücklich in den Schoß seiner Familie zurückkehren kann. Im letzten Jahr hatten wir den 3. Platz belegt - keine Frage dass es diesmal bloß um die Trophäe gehen konnte. Wir waren aber auch bärenstark besetzt. Frank hatte beim Donnerstagstraining bewiesen, dass seine Nominierung zum Torwart absolut zwangsläufig erfolgen mußte, noch dazu, wo Elmar sich mal wieder im Urlaub rumtrieb. Carsten stand als Abwehrbollwerk zur Verfügung. Wir erlaubten uns den Luxus, unseren schnellsten Mann Benjamin hinten rechts zu stellen, eingedenk der Tatsache, dass der Westsportplatz quer bespielt ohnehin kaum eine Entfernung zwischen Abwehr und Spitze bot. Die beiden Matthiase bildeten eine Augenweite von Mittelfeld und vorn wurde Sportlehrer Torsten und ein Import eingesetzt, der offenbar bereits Ligaerfahrung hatte und jeden Ball mit einer Technik mitnahm, die mich freiwillig zum Auswechselspieler machte. Schorch dazu als Möglichkeit der Einwechslung nach unseren absehbaren 3:0 Führungen - dem Turniersieg stand nichts im Wege, es sei denn, wir würden uns selber schlagen. Und das taten wir. Gleich im ersten Spiel versiebte unser totsicherer Pimpspieler innerhalb der ersten 5 Minuten ein Ding nach dem anderen. Frank interpretierte zusätzlich den Abschlag in einer vollkommen neuen Art, so dass sich der Gegner gegen die aufgedrängte Führung vollkommen frei stehend gar nicht mehr wehren konnte. Gleich darauf verletzte sich unsere neue Sturmhoffnung auch noch und mußte ersetzt werden. Und wenns einmal Scheiße läuft, möchte offenbar auch Matthias P. so spielen. Unglaubliche Ballverluste ließen dem Gegner keine andere Möglichkeit als das Spiel klar zu gewinnen. Wir schossen auch ein Tor – immerhin zum 1:4.

Im nächsten Spiel wurde ich nun in den Sturm gestellt, um unseren anfälligen Fehleinkauf zu ersetzten. Diesmal wurde doch wirklich recht seriös gespielt. Ich versuchte mich vorn ständig frei zu stellen und zog damit ein oder zwei Abwehrspieler mit. Das war zwar gehetzte, aber dadurch entstanden Räume die nutzbar waren. Ich selber hatte auch eine schöne Chance, wollte es aber zu genau machen. Dem Gegner lagen solche filigranen Abstimmungen eher nicht. Der haute einfach drauf und erzielte so eine Führung, die wir aber im Gegenzug wieder ausglichen. Die erneute Führung des Gegners erwuchs aus einer Abstimmungsschwäche zwischen Frank und Carsten und einem schönen Hinterkopfball des Angreifers, der im weiten Bogen unter der Querlatte landete. Zum Glück ist Carsten Profi genug, eine solche Schmach nicht auf sich beruhen zu lassen und so erzielte er mit dem Schlußpfiff per Fernschuß noch den Ausgleich – ein Schuß, der eigentlich als Flanke auf mich gedacht war ...

Die restlichen Spiele wurden dann alle samt vergeigt. Mal stand Schorch vollkommen frei vorm Tor und nahm die Aufforderung: ruhig mal abschließen, viel zu wörtlich, mal sah Frank ein wenig unglücklich aus, über Matthias P. muß nichts weiter gesagt werden und als dann sogar noch Carsten vor unserem Strafraum einen Paß quer spielte – und zwar in den total freien Raum, verloren wir auch das letzte Spiel, das wir bis dahin vollkommen verdient ausgeglichen halten konnten.

Die errungene Trophäe waren dann 2 Tüten Snacks, die wir nicht auf unser Pokalregal in der „schönen Aussicht“ stellen werden, weil wir sie zum Frust runter kauen noch vor Ort entsorgten.

Peter Jerie

Daten und Bilder: Fussb.Extern


3.Cup der guten Hoffnung

Samstag, 02. Juni 2012

Cup 2012

Monatelang herrschte bestes Wetter. Die Sonne strahlte von morgens um 5 bis Nachts gegen 10, mein Kleingarten war verdörrt und die Kinder gingen bereits ins Schwimmbad. Das konnte nicht ewig gut gehen und so drehte auch wirklich zum Start der Cupwoche alles ins Gegenteil. Es regnete tagelang und ließ zum Wochenende eine Sintflut erwarten. Offenbar steht der SSV aber unter einem besonders guten Stern, denn Freitag ab 18 Uhr entstand eine Regenpause bis Sonntag gegen 12 – genau die Zeit, die gebraucht wurde, um am Freitagabend das Einglühen in Vierzehnheiligen zu feiern, den Cup am Samstag bei allerbesten Bedingungen zu absolvieren und am Sonntagmorgen unser Festzelt wieder abzubauen.

Freitag: Schauspieler Peter hatte großzügig seine Ländereien in Vierzehnheiligen zur Cup-Pre-Party angeboten. Gegen 6 half ich beim Aufbau, ab 7 trafen die ersten Gäste ein und ab 8 brannte der Rost. Immer wieder schön zu sehen, wie problemlos solche Feste beim SSV organisiert und ausgestattet werden.

Alle Angesprochenen halfen und da Peter die super Idee hatte, eine Blasmusikkapelle einzuladen, wurde es eine wundervolle Nacht. Ich selber hätte gedacht: Blasmusik ? Geht´s noch ? Aber es war genau das Richtige. Die Berliner marschierten unter Blasimusi ein und wer sie kennt weiß: das wurde ein Selbstläufer. Alle gut gelaunt, offen, fröhlich, leicht angetüdelt, quatschend, mitsingend – perfekt. Zum Abschluß noch ein Lagerfeuer und da man schon mal dabei war, halt noch ein Lagerfeuer. Schade, dass keine Volleyballteams vor Ort waren und der SSV auch bloß eine kleinere Abordnung dieser Sektion auf die Beine bekommen hatte. Außerdem schade, dass die Kasse des Vertrauens mehr als Einladung zur Flaterate verstanden wurde – aber hey, an dieser Stelle einfach mal Danke an alle Sponsoren. Es war ein Traum.

Samstag: Lange hatte man sich darauf gefreut, nun war es soweit: der Cup konnte verteidigt werden. Noch 6, 7 Spiele und schon könnte man wieder seinen Namen in den Pokal ritzen lassen. Mit Elan wurden die Sportstätten vorbereitet, der Aufbau erledigt, die Teams begrüßt und endlich konnte es los gehen.

Wir als Verein empfangen nicht bloß Freunde, sondern wir unterstützen auch Freunde. Die Startgelder wurden an die Kindersprachbrücke e.V. zur Finanzierung deren Arbeit zur sprachlichen Förderung der Kinder von Migranten gespendet und einige Sportvereine die mit schmalem Kader angereist waren bekamen durch den SSV wahre Leistungsträger gepimpt. So spielte Willy als Katholik bei der KSG, Frank als Torwart bei den Zoo-Kickern, Achim in der Abwehr der Faßlkicker und Thomas Graf wurde unserer Partnergemeinde Erlangen leichtfertig zur Verfügung gestellt, eine Entscheidung, die ich zwar beim Kaiser hinterfragen, aber nicht ändern konnte. So kann man im Nachhinein sagen: das Turnier war bereits vor dem Anstoß verloren, anders herum hat aber wenigstens ein SSV Mitglied das 2. Mal den Cup gewonnen.

Das erste Spiel ging gleich gegen unsere Partnerstadt Erlangen, die Rangers, ein Verein, der besonders herzlich vom Oberbürgermeister begrüßt worden war und beim warmmachen schon unschwer als Turnierfavorit zu erkennen war. Alle ziemlich jung, sehr dynamisch, entschlossen und ballsicher. Traugott hätte ihr Großvater sein können und so stellte der Kaiser aus dem verbliebenen Kader die maximal belastbare Abwehr zusammen und stellte einen einzelnen Stürmer davor. Der Gegner spielte wie er aussah: schnell, sicher, gefährlich.

Unsere Abwehr stand bombenfest und beinahe wäre die Sensation gelungen, hätte nicht unser einziger Offensiver: Tillmann, leichtfertig den Ball vertändelt und damit den einzigen erfolgreichen Konter des Gegners ermöglicht. Das der Scorer-Paß dann auch noch von Thomas durch unsere Abwehr gezirkelt wurde zeugt von der extrem professionellen Einstellung jeden Kaders des SSV – selbst wenn er in den Reihen des Gegners steht. 1 zu 0 verloren. Tillmann war unglücklich.

Ab diesem Zeitpunkt war klar: Cupverteidigung – was solls, lasst uns alle Spaß haben und gepflegt Fußball spielen. Leider kam diese Einsicht nicht bei jedem an, so dass immer wieder die gleichen Leute spielten und andere wiederum auf der Strecke blieben. Das war nicht schön, führte zu Ärger und hatte auch keinerlei Auswirkung auf das Abschneiden des SSV.

Besonders in Erinnerung blieb das Spiel gegen Reinickendorf. Gegen unseren alten Freund und Mitveranstalter Timo zu gewinnen ist einfach Ehrensache. Das sah auch Elmar im Tor so und befeuerte die Sache noch zusätzlich, indem er Timo eine Flasche Schampus auslobte, sollte der gegen uns ein Tor schießen. Elmar ist Sportsmann. Timo bekam sein Fläschchen, feierte seinen 2:1 Sieg euphorisch und zeigte eindrucksvoll, wie 100 kg ohne viel Bewegung aber mit absoluter Ballkontrolle ein Spiel in der letzten Minute entscheiden. Das Reinickendorf noch stundenlang vom angeblichen Fußballgott Timo sang, fand ich dann aber doch übertrieben.

Das großartigste Spiel des Cup´s lieferte schußendlich doch noch der SSV ab. Im Turnierverlauf hatte sich gezeigt, dass das Islamzentrum extrem spielstark war. Sie führten mit deutlichem Abstand zusammen mit Erlangen die Tabelle an und waren wirklich unglaublich agil und schnell. Diese offensive Stärke schien aber auch ihre einzige Schwäche zu sein, stürmte bei denen doch die gesamte Mannschaft und ließ den Torwart bis zur Mittellinie praktisch allein. Es machte fassungslos, wie die gegen uns anrannten. Wir hatten alles Glück der Welt und Elmar hatte hier seine beste Zeit und entschärfte eine Großchance nach der anderen.

Wieder spielten wir als Abwehr mit einem Stürmer und die ersten 10 Minuten gab es noch nicht mal theoretisch die Chance unseren Stürmer zu erreichen. Dafür waren deren Angreifer fortwährend in unserem Strafraum und so kam, was kommen mußte: einmal lief Achim bloß nebenher, was umgehend zur Führung von IZ genutzt wurde. Deren Druck war immens, doch plötzlich passierte ein Paß, der unseren Stürmer frei auf den Torwart schickte. Tillmann rehabilitierte sich für seinen Faux Pas des ersten Spieles mit einem eiskalten Abschluss und nun kam zur Spannung auch ein bißchen Emotion bei unseren islamischen Kameraden auf. Engagement potenzierte sich mit Temperament, dass grenzwertig kollegial gelebt wurde. Als ein weiterer Konter das unmögliche 2 zu 1 bescherte, tobten wir an der Seitenlinie, Tillmann war wieder froh und wurde sogar noch Torschützenkönig des Turniers.

Wir haben im Turnierverlauf alle Partien lange offen halten können. Unser Angriff war zu schwach besetzt, so dass wir bei Führung des Gegners kaum einmal entsprechend kontern konnten. Dafür war die Verteidigung aber eine Freude. Leider verloren wir zu oft mit einem Tor Differenz. Insgesamt muß uns aber nicht bange sein.

All unser Glück ging diesmal für das Wetter drauf. Steigern hätten wir uns als Cupsieger 2010 eh nicht können und besorgt müssen wir auch nicht sein. Wir können viel schaffen. Das hat man gesehen. Und wie gut wir einen solchen Cup stemmen, zeigte auch die Abendveranstaltung. Alles bestens geklappt. Wir können stolz sein - und natürlich: Glückwunsch dem neuen Cupsieger: den Erlangen Rangers.

Peter Jerie


Spielbericht aus Erlangen

Sie kamen, spielten und siegten

Till Berger strotzte nur so vor Selbstbewußtsein. Schon bei der Anmeldung und in den Tagen vor dem Kleinfeld-Turnier in Jena verkündete er im Brustton der Überzeugung, man werde sich beim Cup der Guten Hoffnung in Jena den Pokal holen. Als sich dann aber am gestrigen Samstag, gegen 7.00 Uhr der Kleinbus des Sportamtes mit sieben Spielern der Erlangen Rangers in Marsch setzte, wurde der Motivationskünstler doch etwas kleinlauter. Es fehlte nämlich krankheitsbedingt der Kapitän, während der siebte Mann sich nach einem nächtlichen Bergbesuch durch einen unglücklichen Sturz selbst außer Gefecht gesetzt hatte und das Geschehen nur von Spielfeldrand aus beobachten und für die geneigte Nachwelt mit der Kamera festhalten konnte.

Was die Zuschauer zu sehen bekamen – Oberbürgermeister Albrecht Schröter hatte nach dem Anstoß leider schon wieder andere Termine -, war freilich Fußball vom Feinsten, wie man ihn vielleicht nur dank der Partnerschaft Erlangen – Jena erlebt. Spontan erklärte sich nämlich der Stadtsportverein Jena bereit, einen Spieler aus den eigenen Reihen, Thomas Graf, auszuleihen. Dabei ging es ja gleich im Eröffnungsspiel für die Gäste just gegen den SSV Jena, den Titelverteidiger, der prompt mit 0:1 verlor. Fast schon eine Vorentscheidung. Denn die Erlanger sammelten Sieg um Sieg, gewannen auf dem Kunstrasen in der Oberen Aue sechs von sieben Spielen und kassierten im Verlauf des ganzen Turniers nur ein einziges Tor von einer Gastmannschaft aus Berlin.

Aber geschenkt wurde das den Rangers wahrlich nicht. Gerade in der vorletzten Begegnung konnten sie auch mit ihrem variantenreich-routinierten Auftritt nicht mehr überspielen, wie sehr ihnen ein Auswechselspieler fehlte, vor allem als dann auch noch Till Berger wegen heftiger Krämpfe und Beschwerden in der Leistengegend vom Feld ins Tor wechseln mußte. Ein Rollentausch, der aber weder die Taktik änderte, noch die Kampfeslust merklich schmälerte.

Im Gegenteil: Trotz unübersehbarer Ermüdungserscheinungen nach den sechs lange 15 Minuten währenden Punktspielen und der ersten und einzigen Niederlage gegen die FasslKickers gingen die Jungs in Dunkelblau – schon als Favoriten - nochmals mit viel Konzentration und Kraft gegen das Team vom Islamzentrum Jena zu Werke und holten sich mit einem weiteren Tor den unangefochtenen Titelgewinn. Dabei hätte sogar ein Unentschieden genügt. Da gab es übrigens noch jemanden, der keinen Zweifel am Erfolg der Erlanger hatte: Ernesto Glasser, der regelrecht die Elemente beschwor, die Freunde aus der Partnerstadt siegen zu lassen. Auch wenn die wohl nicht den Ausschlag gegeben haben dürften, gebührt ihm hier doch ein besonderer Dank!

Aber auf halbe Sachen wollten sich die Rangers nicht einlassen. Nichts weniger als den Pokal sollten sie ja nach Erlangen holen. Und das taten sie verdient und mit viel Anerkennung seitens der Teams aus Jena und Berlin. Da zahlt sich eben aus, wenn man als einziges Team aus Erlangen in der 1. Nürnberger Hobbyliga mit ihren zwölf Mannschaften mitkickt. Auch wenn es die Erlangen Rangers nun schon seit 2001 gibt, haben sie freilich noch kaum außerhalb der Region gespielt. Das Turnier in Jena war da eine echte Premiere - übrigens auch wegen des Kunstrasens - und ein gelungener Einstand!

Nochmals zusammengefaßt: Die Erlangen Rangers haben mit freundlich-partnerschaftlicher Unterstützung des SSV Jena in Person von Thomas Graf dreizehn Tore in sieben Spielen à 15 Minuten geschossen, zwei Mal traf sogar der Gastspieler aus Thüringen. Als einer von drei Torschützenkönigen wurde Benedikt Jacobs für seine vier Treffer ausgezeichnet, und für die Siegermannschaft gab es als Dreingabe, angesichts der sich dem Ende zuneigenden Bergkirchweih von besonderer Bedeutung, ein 50-Liter-Faß Bier.

Da fiel dann auch die Entscheidung der Schiedsrichter nicht mehr groß ins Gewicht, den Gästen aus Erlangen das Prädikat „unfairste Mannschaft“ zu verleihen und ihnen dafür auch noch einen Punkt abzuerkennen. Wegen der einen durchaus umstrittenen Gelben Karte? Ruppiger als die anderen haben die Dunkelblauen bestimmt nicht gespielt. Eine klare Fehlentscheidung, was sogar die allseits gelobten Veranstalter um Wolfgang Winkler durchblicken ließen, die übrigens parallel auch noch ein Volleyballturnier zu organisieren hatten, an dem leider keine Mannschaft aus Erlangen teilnahm. Denn: Es gab weder Rote Karten noch Zeitstrafen, von Pöbeleien oder Schlimmerem ganz zu schweigen. Man hätte diesen Titel wohl auch gar nicht zu vergeben brauchen.

Wäre die Partnerschaft ein Ball, sie hätte nicht besser gespielt werden können. Das besonders auch, weil die Veranstalter durch die Startgebühr und Sponsorenmittel am Abend nicht nur die Sieger ehren, sondern auch 800 Euro an die Kindersprachbrücke Jena übergeben konnten. Der Verein unterstützt Kinder aus Migrantenfamilien beim Erlernen der deutschen Sprache und erleichtert ihnen damit den Start in eine erfolgreiche Integration.

Nochmals zur Partnerschaft. Der Cup der Guten Hoffnung, gestiftet von Oberbürgermeister Albrecht Schröter, wird nun für zwei Jahre, bis zum nächsten Turnier, dem vierten dieser Biennale des Sports, in Erlangen bleiben. Doch die Rangers kommen schon am Tag der Deutschen Einheit zum fünfundzwanzigjährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft nach Jena zurück und haben die Gastgeber – unbedingt mit dem neuen Freund Thomas Graf! – schon zum Benefizhallenfußballturnier 2013 nach Erlangen eingeladen.

Selbst werden die Rangers wohl demnächst zu Freundschaftsspielen nach Berlin fahren. „Denn“, so Till Berger, „da ist im Lauf des Tages schon ein richtiges Netz entstanden, und wir freuen uns, da mittendrin zu sein.“ 2014 schließlich hat der SSV Jena die Chance, Titel und Wanderpokal wieder an die Saale zu holen. Bis dahin ist sicher auch die Enttäuschung über den gestrigen siebten Platz verkraftet. Denn: Ohne die Unterstützung der Gastgeber, das kann gar nicht oft genug gesagt werden, hätten die Erlanger gar nicht erst anzutreten brauchen. Und der Sieg wäre ein kühner Traum geblieben. Vielleicht ist die Partnerschaft ja doch ein Ball. Es ist schön zu sehen, wie er jetzt läuft.

Peter Steger, 3. Juni 2012


Turnier der Freizeitfussballer - Thalbürgel

Samstag, 25. Juni 2011

Seit Monaten hatte sich der Kader des SSV auf DAS Jahreshighlight 2011, dem Freizeitturnier - Ü 35 in Thalbürgel vorbereitet. Der Termin war allen bekannt und die wenigen Vereinsmitglieder unter 35, die leider nicht teilnehmen durften, trotten traurig nach dem letzten Donnerstagstraining nach Hause. Alle anderen wollten sich natürlich besonders für die Heimgebliebenen ins Zeug legen, vergleichbar mit der Nationalmannschaft und deren Engagement für ihren verletzten Kapitano ...
Die Bedingungen waren erstklassig: die Trikots gewaschen, das Wetter perfekt, die Landschaft lieblich, der Platz in annehmbaren Zustand, die Kaffeeversorgung nach wenigen Stunden gewährleistet, alle Spieler vor Ort und die Motivation per Adrenalin geballt in jeder unserer Körperzellen. 6 Teams waren gemeldet: der SSV (als Favorit), die Heimmannschaft aus Thalbürgel, sowie Team aus Eisenberg, Gera, Erfurt und ein regionalen Allstars-Team, aus denen wir Alt-Stars machen wollten. Unser Kader bestand aus Peter, Torsten, Matthias K., Andre, Toralf, Willy, Carsten, Elmar, Bernd, Achim, Adrian, S. Peter, Jürgen, Christoph und Thomas. Selbst Timo war aus Berlin angereist gekommen, um seinem Herzensverein zu unterstützen, während Matthias P. absagen musste, um die Hochzeit seines Bruders zu bezeugen, eine Erklärung, die man gerade noch nachvollziehen konnte.
Es wurde 6 plus 1 gespielt, so dass wir fliegend auswechseln konnten, um bei evt. auftauchenden Defiziten einzelner umgehend reagieren zu können. In den Vorbereitungsspielen gegen die Katholen hatte ich mich in der Abwehr bewährt, so dass ich das große Glück hatte, mit der Startelf auflaufen zu dürfen. Unsere Anfangsaufstellung war: Elmar, davor Peter, Jürgen und Adian, im Mittelfeld dann Bernd und Matthias, sowie auf der Stürmerposition Christoph. Die Strategie war klar: alle Spiele zu 0 halten und ein schnelles Tor erzielen, um den Gegner zu zwingen, selbst nach vorn zu spielen - diese Räume dann nutzen und mit schnellen Kontern das Ergebnis ausbauen. Bereits im ersten Spiel stand es nach 5 Minuten 3:0 für uns, ein Ergebnis, was wir in der Folge noch deutlich hätten ausbauen können, wenn der eingewechselte Toralf das leere Tor -, oder aber der indisponierte Willy mal einen Ball getroffen hätte. Erfreulich war, wie diszipliniert Christoph agierte, der den Part, sich mit dem Schiedsrichter anzulegen diesmal von Carsten abgenommen bekam, der überhaupt überraschend schlecht stand und vom Kaiser folgerichtig gegen Frank getauscht wurde, der zwar behäbig aussah, aber einen super Job an diesem Tag machte. Im nächsten Spiel wechselten wir Christoph gegen Torsten, der dann auch umgehend 2 wunderbare Tore erzielte. Auch Schauspieler Peter durfte 2 Tore zu unserer Tordifferenz von 24:2 beitragen, indem er u.a. mit adretter Körperhaltung einen Diagonalpaß von Christoph gegen die Laufrichtung des Torwartes schlenzte. Überraschend viele Angriffe des Gegners kamen über meine Seite, die nur einmal durchbrochen wurde, als ein eher 25 jähriger gepimpter "Ausnahme"spieler (Alters- u. Qualitätsausnahme) mit Höchstsprint in die Mitte zog, dort auch Matthias abhängte um noch die Zeit zu finden, Elmar zu umkurven und den Ball einzuschieben. Wir wechselten also Matthias wieder gegen Bernd, der überaus kompromisslos und körperbetont das Bürschchen abkochte. Das zweite Gegentor entsprang dann der einzigen torgefährlichen Aktion von Willy, der sein Spiel mit einem Querpass vor dem eigenen Tor krönte, obwohl ihm jeder seit Minuten das Gegenteil zurief. Herausragend auch die Ruhe von Adrian und sein Blick für den finalen Paß, sowie das Stellungsspiel von Jürgen - der zum Spieler des Turniers erklärt wurde. Timo, der sich mehr dem Thüringer Kuchen widmete, bildete mit Achim an der Linie das Kommentatorenteam.
In der Einzelkritik kann man sagen: Toralf, Willy: Totalausfall, Andre, Carsten: kaum der Rede wert, Matthias und Elmar: leicht überfordert, Torsten und Peter: im Rahmen ihrer Möglichkeiten, Bernd, Jürgen, Christoph: großartig, Adrian, Frank und S. Peter: überraschend gut und Thomas: zu eigensinnig und ohne Fortune.
Sehr schön war, wie alle die totale Bereitschaft hatten, sich einzubringen und dem Verein damit Ruhm und Ehre sowie den Wanderpokal zu erarbeiten. Darauf bin ich als SSV Mitglied extrem stolz und danke euch allen für diesen herrlichen Tag, den ich ganz persönlich mit lecker Fischbrötchen ausklingen ließ.

P.S. sollten sich, trotz aufwändigster Recherche, irgendwelche Falschinformationen im Bericht finden, nun ja, es hätte ja so sein können ...

Peter Jerie


1. tecis-Benefiz-Soccerturnier

Samstag, 21.August 2010 - Die Helden vom Juni

Mittlerweile war der grandiose Cupgewinn schon zweieinhalb Monate her und eine gewisse Mattigkeit machte sich im gesamten Team des SSV breit. Im gesamten Team? - Nein, eine kleine Gruppe von Geronten wollte sich nicht auf dem Ruhm ausruhen und brannte auf eine erneute Positionsbestimmung. War der Cupgewinn ein Zufall?

Um halb elf trudelte langsam unser Team ein. Oder besser gesagt die Hiobsbotschaften: Es grassierte nämlich eine handfeste Erkältung im Kader des SSV und so hatten wir kurz vor dem Start ein massives Personalproblem. Aber zum Glück konnten drei Spieler mit der Aussicht auf Freibier für unser Team gewonnen werden, so dass wir wenigstens zwei Leute zum Wechseln hatten. In der Startaufstellung waren dann Elmar, Carsten, Bernd, Frankie, Michael, Willi und als Leihgabe Martin, André sowie Marcel. Zwei Preise waren uns beim Blick auf die anderen Mannschaften sicher: Erstens der Titel als Mannschaft mit dem höchsten Durchschnittsalter. Und zweitens der Titel als bestgekleidetstes Team. Unsere Selbsteinschätzung vor dem Turnierbeginn platzierte uns im Bereich von Platz sieben im Feld von dreizehn Teams.

Also gings in die erste Gruppenphase, wobei beim Veranstalter sich ein leichtes Chaos breitmachte, da zwei Mannschaften erst am Tag des Turniers abgesagt hatten. So wurde munter der Spielplan hin- und hergeworfen. Bei der Auswahl der einzelnen Gruppen legte sich bei uns der Verdacht nahe, dass hier dem Glück etwas nachgeholfen wurde, da die Gruppengegner alle recht stark zu sein schienen und wir betrübt feststellten, dass wir gegen keine Frauenmannschaft antreten durften. Trotzdem konnte mit der stabilen Abwehr um Carsten herum unserem Keeper Elmar die nötige Sicherheit gegeben werden und der Druck nach vorn war auch entsprechend - nur die daraus resultierenden Tore wollten einfach nicht fallen. Allerdings fasste sich Bernd ein Herz und brachte das Leder im ersten Spiel gegen das Team von o2 unter. Gegen das vermeintlich schwächste Team 1. FC BüMaBö wollte gar kein Tor fallen und im letzten Gruppenspiel gegen den Gruppenfavoriten The Opticals stiessen wir an unsere Grenzen und wurden mit einem 0:2 vom Platz geschickt.

Eigentlich hatte sich unser Team schon auf einen gemütlichen Nachmittag am Bierwagen eingerichtet, als durchsickerte, dass sich aus den zwei Vierergruppen der beste Drittplatzierte für die zweite Gruppenphase qualifizierte (Aus der einen Fünfergruppe kamen die drei Bestplatzierten direkt weiter) und da eben die jeweils Gruppendritten punkt- und torgleich waren, bedeutete das: Elfmeterschiessen!

Also fix Bier abgestellt, Fussballschlappen an und aufs Spielfeld geeilt. Drei Schüsse wurden dem SSV und dem Team Freizeitsport Vital zugestanden, der SSV durfte beginnen. Martin, im Spiel noch mit Abschlussschwächen, traf hier sicher. Der Schuss vom Gegner wurde vom glänzend aufgelegtem Elmar pariert. Langsam merkte im Team jeder, dass da noch was geht! Nächster Schütze war unser (geliehener) André. Stramm geschossen und versenkt. Jetzt kam es drauf an: vergibt das Team Vital, wäre der SSV weiter. Ist der nächste Schuss drin, ginge der Krimi weiter. Um es kurz zu machen: Das Team Freizeitsport Vital war der Nervenbelastung nicht gewachsen und fand in Elmar seinen Meister. Der SSV war plötzlich wieder voll im Rennen und die Motivationskurve ging steil nach oben.

Das merkte man auch der nun folgenden zweiten Gruppenphase an und so erreichten das Team The Opticals gegen uns nur ein Unentschieden, dieselbe Mannschaft, die uns noch in der ersten Gruppenphase regelrecht vorgeführt hatte. Das nächste Spiel gegen die Mannschaft von tecis ging ebenfalls unentschieden aus. Da sich die anderen Mannschaften auch überwiegend in ihren Spielen torlos trennten, war noch nichts entschieden. Als Punktelieferant musste wieder das Team von o2 herhalten, welche wie in der ersten Begegnung mit 1:0 besiegt wurden. Nun kam es wieder zu einem Elfmeterschiessen, da das Team von tecis punkt- und torgleich auf dem zweiten Platz war. Selbst bei einem Ausscheiden in dieser Phase war der SSV mindestens im Spiel um Platz drei dabei. Allerdings gestaltete sich der Shoot-out diesmal nicht so einfach wie beim ersten mal, da die Jungs von tecis erheblich platzierter schossen. In der dritten Runde sahen wir uns schon als Sieger, als der Ball beim Schuss von tecis von der Unterkante der Latte erst auf die Linie und dann aus dem Tor sprang. Der Schiedsrichter (der bei tecis arbeitet) gab aber den Treffer doch und so musste der Wettbewerb noch weiter gehen. Erst als in der fünften Runde der Mitspieler von tecis seinen Elfmeter in den spätmittäglichen Himmel jagte, war das unfassbare geschehen: Der SSV war im Finale! Das hatte natürlich einen entscheidenen Nachteil: Wir mussten bis zum Schluss bleiben, da die anderen Platzierungsspiele vor dem Finale stattfanden. Nun gut, dafür blieb uns noch Zeit, das ein oder andere isotonische Kaltgetränk zu verzehren, denn es war sommerlich heiß.

Das Finale gegen den SV Optic II selbst begann verhalten, nahm dann aber Fahrt auf, als nach etwa der Hälfte der Spielzeit der Gegner mit einem unhaltbarem und verdeckten Schuss das 1:0 erzielte. Der SSV schaltete spürbar einen Gang hoch und kam kurze Zeit später beinahe zum Ausgleich, als Carsten mit einem herrlichen Fernschuss nur das Lattenkreuz traf. Im darauffolgenden Konter spitzelte Elmar den Ball dem Gegner vom Fuss, der daraufhin theatralisch stürzte. Frankie nahm den querschlagenden Ball an und schlug ihn nach vorn, aber der Pfiff und die Geste des Schiedsrichters waren eindeutig: Elfmeter! Spätestens jetzt war der SSV um seine Chance zwei Minuten vor dem Ende der Spielzeit gebracht worden. Der SV Optic II spulte mit dem 2:0 im Rücken sein Spiel ab und lies keine weitere Chance mehr zu. So verliessen die Spieler des SSV als zweiter Sieger den Platz. Die Trauer um die verpasste Chance hielt sich aber in Grenzen, da diese Platzierung erheblich besser als vorher gedacht ausgefallen war.

Als Resümee kann man zusammenfassen: Der SSV hatte an diesem Tag ein Stürmerproblem – hinten sicher und vorn hilft der liebe Gott. Aber von der Effizienz des SSV können selbst die Spanier noch was lernen: Mit nur zwei "echten" Siegen bis ins Finale, das muss man erstmal nachmachen. Damit gehören die alten Säcke noch lange nicht zum alten Eisen. Insofern ein Dank an alle beteiligten Spieler und den Aushilfen für den schönen und spannenden Tag.

Bericht von Frankie


Cup der guten Hoffnung 2010

Samstag, 05.Juni 2010 - A Star was born

Ganz Deutschland befindet sich seit Jahren ununterbrochen im Star-Fieber. Man sucht den Superstar, das Topmodel oder unseren Star für Oslo. Solche Sendungen guckt man als Sportler zwar nicht, greift offensichtliche Trends aber trotzdem auf: ein Stern auf dem Trikot sollte her, nein: mußte her.

Nach dem wir uns im Jahre 2008 als Ausrichter des Cups der guten Hoffnung als extrem gute Gastgeber präsentiert hatten, den letzten Platz belegt, aber eine perfekte Organisation geboten hatte, wurde dieses Mal das Projekt Cup dgH 2010 absolut professionell angegangen.

Den gesamten Winter wurde bereits draußen gespielt, um unsere Athletik und Ausdauer zu stärken. Ein Konzept, dass vom theoretischen Ansatz sicher vernünftig, aber durch die anschließenden Kneipenbesuche nicht vollständig zielführend war. Alle Abwehrpositionen wurden doppelt besetzt, was bedeutete, dass wir ein entsprechendes Auswechselkontingent aufweisen konnten. Mittelfeld und Sturm hatten beim letzten Turnier keine großen Sorgen bereitet und da unser Knipser an Bord war, hatten wir Hoffnungen, die Vorrunde zu überstehen.
Das Turnier stand offensichtlich unter einem besonderen Stern. Nämlich einem Stern, der nach absoluter Arbeitsverweigerung und dem daraus folgendem wochenlangem suizitären Pisswetter pünktlich zum Turnierwochenende in vollster Pracht vom wolkenlosen Himmel strahlte.
Schon bei der Begüßung der Turniermannschaften durch den OB fiel auf, dass der Altersdurchschnitt einiger angereisten Teams erschütternd niedrig war. Aber nicht nur Jugend, sondern auch Klasse hatten sich einige Mannschaften durch zusätzliche Landesligaspieler zugepimpt...
Wir dagegen hatten bereits im Vorfeld einige unserer gestandensten Mitstreiter an Alternativmannschaften vergeben: Abwehrchef Bernd, Stürmer Timo, Defensiver Frank, Goalgetter Traugott spielten für Mannschaften, deren Kader relativ schmal angereist waren. Hier zeigt sich wahrer Sportsgeist, wenn man die eigene Schwächung in Kauf nimmt, um einen vernünftigen Wettstreit zu gewährleisten.
Die Wirtin der "Schönen Aussicht" hatte 50 € Siegprämie ausgelobt, sollten wir den Pokal gewinnen. Das zeugte nicht gerade von Mut, stachelte aber möglicher Weise noch den allerletzten Ehrgeiz heraus.
Zur Turniereröffnung präsentierte sich der Momolo e.V., dem die gesamten Startgelder aller Teams als Spende zugingen. Das wir nicht bloß Sponsoren brauchen, sondern auch als Sponsor für unterstützenswerte Aktivitäten auftreten, versteht sich von selbst und wurde mit Dank angenommen.
Pünktlich 11 Uhr ging es los.


Das Los hatte uns als ersten Gegner Traktor Beutenberg zugeführt. Dieses Team hatte bereit vor 2 Jahren mit Spaß und Ehrgeiz zum Gelingen des Cups beigetragen. Der Kader des Gegners war

Interkulturell und bestand aus 2 Deutschen, Ukrainern, Serben, Kroaten und Südamerikanern. Mannschaftssprache war englisch, was dem Match ein besonderes Flair gab. Die Jungs spielten zwar selten zusammen, waren aber verdammt motiviert und konnten sich teuer verkaufen. Unsere Abwehr war extrem solide, unsere Stürmer trafen, und selbst mir kam der Ball so wunderbar auf die Kniescheibe, dass ich unhaltbar 3 Meter über das Tor zum virtuellen 3:0 einschoss.
Ein Auftakt nach Maß - der Kaiser war zufrieden.


Der 2. Gegner hieß Chemie Böhlen (eigentlich Angehörige des Vermessungsbüros Roland Schmitt in Böhlen, aber wer wird schon so kleinlich sein) und war ein alter Bekannter. Bereits mehrfach hatten wir Turnierspiele gegen diese Mannschaft bestritten und beim letzten Cup strandete Böhlen erst im Halbfinale ...
Wir waren also gewarnt und auch Böhlen spielte hoch motiviert. Es wurde ein entsprechend enges Match. Wir konnten zwar durch einen wundervollen Lupfer von Torsten (unglaubliches Tor des Monats) schnell in Führung gehen und diese dann sogar noch Volley zum 2:0 ausbauen, schwächelten aber trotzdem in der Chancenverwertung, was (zugegeben) auch an mir lag. Ich hatte einem Angreifer in vollem Lauf und zu meiner größten Überraschung den Ball abgenommen und konnte nun vollkommen frei auf den Torwart zurennen, knallte den Ball hart aufs Tor, der wurde grandios pariert, und lag nun für Abstauber in meinem Rücken. Ich hatte noch Zeit um dorthin zu rennen, allerdings tat die Geschwindigkeit der Genauigkeit nicht gut. Aber besonders tragisch war, das zum Engagement halt auch Gier kam, sonst hätte ich Andre schießen lassen können, der in vollem Lauf aus der richtigen Richtung kam. Also: vergeben und dann kurz vor Schluss noch ein Gegentor, das Christoph beinahe blöd werden ließ. Aber sein Geschrei bewirkte dann eben doch die notwendige Konzentration bis zum Schluss. Herausragend, was Carsten alles im Starfraum wegköpfte.
2:1 gewonnen - der Kaiser lächelte wieder, trotz meines Fauxpas.


Jetzt kam das Spiel gegen Timo. Unser Vereinsmitglied Timo hatte mit seinen Freunden das Team United Colors of Germany zusammen geschmiedet und in diesem Team spielten lauter Leute, die wir gut kannten und mit denen wir schon einige Male die "Schöne Aussicht" beinahe leer geschlürft hatten oder mit denen wir nächtelang durch Berlin gezogen waren (immer auf der Suche nach der richtigen S-Bahn).

Altersdurchschnitt 33, gerade mal 13 Jahre unter unserem. Aber auch ansonsten gestandene Fussballer und dazu die Vertrautheit - eujeujeu. Dieses Spiel war absolut ausgeglichen und beide Seiten waren heiß. Jürgen war in der Abwehr unglaublich präsent und Christoph und Thomas arbeiten sich im Sturm nen Wolf. Überhaupt ein Arbeitssieg. Die Hitze war jetzt schon extrem und wir machten ausgiebigst von den Auswechselmöglichkeiten Gebrauch. Timo wurde bei jedem seiner Angriffsversuche sofort übernommen und er verzweifelte zusehens. Glücklich wurde ein 2:1 nach Hause gebracht und das hieß: 3 Siege, Mann o Mann, das sieht nach Finalspielen aus !!!
Auch der Kaiser hatte das berechnet und strahlte wie die Sonne.


Diesmal ging es gegen die SG Handel, eine Mannschaft, die bisher alle Vorrundenspiele zu 0 gewonnen hatte und mit 2, 3 extrem guten jungen Landesligaspielern auflief. In dieses Spiel ließ ich mich erst gar nicht einwechseln.

Ich bin einfach zu lahm, kann allerdings nun auch sagen: an mir hats nicht gelegen. Wenn wir dieses Spiel gewinnen würden, könnten wir im Halbfinale dem 2. FC Holzbein Köln aus dem Weg gehen, ein Team, das aus Sportstudenten bestand. Offensichtlich hatte sich dies aber auch bis zum Gegner rum gesprochen. Um so erstaunlicher, dass uns Christoph wundervoll flach in Führung bringen konnte, denn ab dann standen wir bloß noch in der Abwehr. Die Jungs waren wirklich gut. Deren Angreifer überspurteten unseren Sportlehrer mit Ball am Fuß, als wäre Torsten von der Paul Parzer Wandergruppe. Die machten so nen Druck, dass absolut verdient ein 3:1 Sieg für den Gegner raus sprang, der so augenfällig war, das wir die anschließende 1 stündige Pause bis zu den Finalspielen zur Erholung brauchten. Immerhin hatten wir den Jungs das erste (und dann auch einzige) Gegentor ihrer Turnierspiele zugefügt. An irgendwas muß man sich ja aufbauen.
Überraschend lächelte der Kaiser milde.


Im Halbfinale hatten wir es nun also mit unseren alten Freunden Holzbein Köln zu tun. Der Cupverteidiger, die Sportstudenten, die Mannschaft, die es beim Berlintrip geschafft hatte, in einem Spiel gegen uns, nach durchzechter Nacht ihrer Spieler (während wir ordentlich gegen 1 im Bett lagen) einen ihrer Angreifer in unserem Strafraum auf die Schultern zu nehmen, der dann den Ball zum 8:0 einköpfte.

Spieler, die schnell, genau, sicher, erfahren, zuverläßig, abgeklärt und trotzdem kollegial und extrem umgänglich waren. Altersdurchschnitt: 23, halb so alt wie wir. Beliebt, gutaussehend, lustig, individuelle Klasse, athletisch, bewundert und eine absolute Bereicherung des Cups. Statistisch war alles klar. Schon das Durchschnittsgewicht und die Vorrundenspiele: alle zu 0 - alle gewonnen, sprachen eine überaus deutliche Sprache. Aber wie es in Köln halt so ist: dort gibt es Bier als warme Kölsch-plärre in 0,2 L Gläsern. Bei uns wurde Qualität in 0,4 ausgeschenkt. Die Anzahl der Gläser differierte bei den Burschen trotzdem nicht und in der Pause lagen sie gemütlich mit 3, 4 Gläsern pro Mann in der Sonne, während wir im Fachgespräch und in Einzelkritik im Schatten das Erlebte Revue passieren ließen. Des Kaisers Hirn qualmte ununterbrochen. Dieses Halbfinale ließ unsere Abwehr zu einem Bollwerk werden, das nur seltenst durch eine verdammt genaue Flanke ausgehebelt werden konnte, die dann aber in einer erschütternden Abschlussschwäche des Gegners versandete. Die Sonne und der Alkohol waren 2 zusätzliche Gegner für Köln und als Adrian wild angepeitscht von der Linie: "Schieß, Schieß.", kurz vor Schluss das nicht unhaltbare 1:0 erzielte, hatten wir das unglaubliche geschafft: Finaleinzug - und das gegen Holzbein Köln - ein Traum.
Der Kaiser lag uns in den Armen und weinte.
Persönlich bedankte ich mich nach dem Spiel bei jedem Kölner für die Schonung, die sie uns zuteil kommen ließen. Wirklich extrem großzügige Burschen. Keine 5 Minuten herrschte Ruhe im Pavillon von Holzbein, bis deren feiern weiter ging. Echte Sportler halt.


Finale, o-e, Finale, oleole
Man sieht sich immer 2 mal im Leben und so kam es, wie es kommen mußte: die SG Handel hatte ihr Halbfinale gewohnt souverän mit 3:0 gewonnen und freute sich nun auf den Schongang gegen uns. Wir wiederum hatten im Vorrundenspiel erlebt, dass bei denen nicht bloß der Angreifer stark spielte, auch 2 weitere Knaben waren absolut top und man mußte die immerfort blocken. Die Schiedsrichter agierten in diesem Spiel auch mit Linienrichtern und das Auflaufen sowie Begrüßen war Championsleague like.
Das Spiel wurde dann extrem vorsichtig und konzentriert geführt. Wir ließen uns nicht mehr nur in die Abwehr drängen, sondern schafften diesmal mit einigen genaueren Pässen in die Spitze Entlastung. Die Psychologie eines Finales tat sein übriges, um beide Mannschaften verhaltener spielen zu lassen. Hier ging es einfach um zu viel. Im Publikum kam der Vorwurf der Langeweile auf, aber wer dem Kaiser ins Gesicht sah, erkannte die ganze Dramatik dieses Treffens. Es gab nur wenige Torchancen, die alle unter brütensten Temperaturen nicht genutzt werden konnten. Jürgen, Horst, unser Polizist und Matthias arbeiteten humorlos jeden Angriff ab und man sah abends bei der Playersparty Verbrennungen 2. Grades auf deren Stirn und Nasen. Christoph blieb vorn immer gefährlich und band allein 3 Mann der gegnerischen Abwehr. Irgendwie hatten wir den Gegner im Griff. Eine richtig 100% Torchance ließen wir nicht zu und so kam the final countdown: das Elfmeterschießen.
Unser Keeper Elmar war ne richtig coole Sau. Größte Freude im Gesicht, total relax auf der Linie - der machte die Gegner schon durch diese Ruhe absolut nervös. Der 1. Schuss der SG Handel ging 10 Meter links am Tor vorbei. Elmar pfiff sich eins und schlenderte aus dem Tor. Ganz anders unsere Schützen. Konzentriert, entschlossen, platziert und kompromisslos wurde der Ball in die Maschen gedroschen. Auch deren 2. Schütze haute den Ball übers Tor. Das unglaubliche nahm Gestalt an, als die Jungs nach Klasse Parade von Elmar das 3. mal nicht getroffen hatten. Um dem Publikum etwas Spannung zu lassen, verschossen wir ordnungsgemäß jetzt auch mal, während der Torschützenkönig des Turniers für die SG Handel traf. Aber schon der nächste Schuss sicherte uns den Pokalsieg, also wirklich: DEN POKALSIEG. Elmar war fassungslos und wurde von allen Mitspielern jubelnd in den Sommerhimmel geschossen und der Kaiser rockte wie ein Duracell-Häschen noch Stunden durchs Paradies.

Peter Jerie


Turnier der Stadtwerke in Großschwabhausen

27. Februar 2010 - in der Sporthalle in GSHN- Süd

Unsere traditionsreichen Teilnahmen beim Turnier in Berlin hat uns stets von den Hauptstädtern geblendet, sodass wir unser wahres Leistungsvermögen nicht abrufen konnten. Auf heimischen Boden aber sind wir eine Macht. So gesehen beim Turnier der Stadtwerke in Großschwabhausen.
Von Anbeginn spielten wir auf Sieg und hatten nach der Halbzeit tatsächlich das Ziel vor den Augen, weil die Urtugenden des SSV: Teamgeist - Teamfähigkeit - taktische Disziplin - Torinstinkt - Bissigkeit - individuelle Klasse gezogen haben und für optimistische Hochstimmung sorgten. Na, wenn das nichts ist!
Doch Eins nach dem Anderen.
5 Mannschaften : Stadtwerke, BSG Carl-Zeiss, Bohlen & Doyen, Berlstedter... und der SSV spielten ganz klassisch jeder gegen jeden mit Hin- und Rückspiel die Punkte aus. Immer 10 Minuten ging es von 10°°Uhr an forsch zur Sache. Nach der Halbzeit lagen wir nach Punkten ganz klar vorn, hatten keins der Spiele verloren und planten bereits den Siegestaumel.
Des Kaisers Gemälde konnten wir mit der bereits benannten Disziplin in professioneller Manier umsetzen. Rochierendes System von hinten nach vorn. Christoph kurbelte im Mittelfeld und riss die Lücken, Doppelpass, Abspiel Willy - Tor.
Fußball ist ein einfaches Spiel - am Ende gewinnt immer der SSV und das Training auf dem Kunstrasenplatz tat uns gut.
Da war z.b. das Spiel gegen Bohlen & Doyen. Zum fürchten die Kerle. Gezielte, aber faire Härte gegen den grimmigen Spielführer zog deren Nerv. Das sehr optimistische Vorchecking entsprang bestimmt einer Überheblichkeit. Unsere Nadelstiche sorgten für einen klaren Sieg: 4:1.
Auch die Stadtwerke hatten wir im Griff. Ging vorne nichts, wurde in aller Ruhe hinten herum gespielt. Der Ball schön flach. Wir hatten unsere Sicherheit. Matthias mit seinen Dribblings sorgte für Unruhe im gegnerischen Strafraum und Adrian wie immer - eine Bank. Links vorn Willy, rechts Torsten als unwiederstehlichen Stoßstürmer und hinten der sichere Rückhalt mit Elmar. Andrè konnte wie immer geschickt seinen Körper einsetzen und in besonders brenzligen Situationen gab es ja noch Joker Frank. Der Pfosten verhinderte schlimmeres und der Gegener konnte mit einem 0:0 hoch zufrieden sein.

Unser erstes Spiel der Rückrunde war gleich das vorgezogene Endspiel. Wieder gegen die Stadtwerke. Wie man sagt - ein Spiel auf Messers Schneide. Es ging um Alles. Uns reichte ein Unentschieden. 0:0, hinten reinhauen und den Gegener mit stabiler Defensive irritieren - so eine mögliche Taktik. Nicht der SSV. Die Mannen glaubten an sich und waren zielstrebig im Vorwärtsgang, auch wenn man mal 2 Tore hinten liegt! 1 Tor unsererseits und schon war alles wieder offen. Wir hatten den Kampf angenommen und das hielt sich bis zum Schluß. Die Stadtwerke haben den knappen Sieg über die Zeit gerettet. Unsere sportliche Anerkennung zeigt den wahren olympischen Geist. Gerecht war`s nicht, aber was heißt schon Gerechtigkeit - die wird bestimmt durch den Glauben an sich selbst!
Und so konnten wir die restlichen Spiele mit Bravur bewältigen, wurden deutlich zweiter und hatten in Willy mit dessen 6 Toren fast den Torschützenkönig in unseren Reihen.
Altersdurchschnitt zum Trotz - die Zukunft lässt hoffen, so die Bilanz eines großartigen Tages.

W. Winkler

Und hier die Bilder vom Siegestaumel:


SG Pädagogik gegen SSV Jena REVANCHE

12.08.2009 - USV-Gelände Kunstrasenplatz

Da ich unserem Kaiser ungern seine Wünsche ausschlagen kann, folgt an dieser Stelle der Spielbericht zur Revanche der SSV´ler gegen die SG Pädagogik.

Anstoß sollte um 18:30 auf dem Kunstrasenplatz des USV sein. Der Platz war perfekt präpariert und das Wetter zeigte sich auch gnädig. Die Temperatur war ideal zum Fußball spielen und zwischendurch gab´s immer mal eine kleine Erfrischung von oben. Die Mannschaft des SSV hat sich an diesem ungewöhnlichen Trainingstag fast in kompletter Stärke präsentiert und auch die Pädagogen hatten ihre besten Leute in ihren Reihen. Daher wurden auf beiden Seiten zwei Mannschaften gebildet, welche ein kleines Turnier bestreiten sollten. Nachdem die Mannschaften zusammengestellt waren, ging es auch gleich los. Zu Beginn kam es zum Spitzenspiel zwischen der 1. Mannschaft der Pädagogen und dem Starensable des SSV. Gespielt wurde jeweils 15 min. ohne Pause. Zu Beginn des Spiels konnte man erkennen, das die SSV´ler mit dem schnellen Kunstrasen ihr liebe Not hatten und so schnell 0:2 in Rückstand gerieten. Doch von Minute zu Minute kamen die Spieler des SSV immer besser ins Spiel, allen voran der neue Abwehrchef Andre. Der seine Abwehr immer besser abstimmte und auch sein Stellungspiel perfektionierte. Aus der gesicherten Abwehr heraus ging es nun an die Aufholjagd. Im Sturm zeigte Timo sein technisches Spielvermögen, hatte aber oft nicht den Blick für den freien Mitspieler und so wurden viele Chancen ausgelassen. Dann war da noch Thorsten unser Rechtsaußen. Thorsten muss einfach ruhiger werden, er zeigt gute Ansätze, ist aber einfach zu hektisch am Ball. Auch wenn es noch nicht ganz rund lief gab es ja noch unseren Hamburger Jung Adrian der zusammen mit Andre die Abwehr stellte. Er war es dann auch der den Anschlusstreffer durch einen Gewaltschuss aus 15 m markierte. Direkt mit dem Schlußpfiff versenkte unser brillanter Stürmer Timo noch den Ball in den Maschen, so dass wir uns noch in ein 2:2 gezittert haben.

Ch. Hahn


SSV gegen SG Pädagogik

30.07.2009 - Ernst Abbe Sportfeld zu Jena

Am Donnerstag wurde die Sommerpause in der Bundesliga durch den Kracher: SSV - Päd SG beendet, 2 Jenaer Teams, die zum besten Wetter allerbeste Fussballunterhaltung boten. Natürlich war das Treffen nicht geheim geblieben und so trieben sich diverse Bundesligatrainer am Platz rum (Rene van Eck), um die Innovationen und die Spielkunst dieser beiden Vereine auszuspähen und evt. den einen oder anderen Spieler abzuwerben ...
Ich kann hier nur für mich sprechen, aber der Spieler des Tages ist mit seinem Herzen an den SSV gebunden und wird sich auch nicht abwerben lassen - nur um das schon mal klar zu stellen.
Dank umfänglichen Erscheinen konnten 2 SSV Mannschaften gebildet und dadurch gleich ein Turniermodus ausgespielt werden. Die 1. des SSV war ausschließlich mit unseren Ausnahmekorifäen:
Bernd, Andre, Matthias, Christoph, Willy, Achim und unserem bärenstarken Torwart besetzt.
Der SSV 2 brillierte mit solidem Handwerk durch Traugott, Peter, Ivo, Thomas, Torsten und 2 Knaben, deren Namen mir gerade nicht einfallen. Pünktlich halb 7 sollte angepfiffen werden und so in der Drehe kam es auch zum 1. Spiel SSV 1 - Päd SG. Der Gegner war schnell, direkt, ballsicher und verstand es, den gesamten Platz zu nutzen. SSV 1 zeigte Technik und druckvolles Spiel führte 1:0, bekam aber ziemlich umgehend den Ausgleich und vergaß dann, dass blöder Weise das Spiel 15 Minuten dauerte. So wurde die alte Feststellung, das Tore bis zum Schluss fallen können auch schmerzlich erfüllt, in dem die SG praktisch zum Schlusspfiff den Siegtreffer erzielte.
Diese Scharte wurde umgehend vom SSV 2 ausgemerzt. Diese Mannschaft war zwar individuell nicht so hochklassig besetzt, machte aber mit dem ersten Ballkontakt von Thomas gleich das 1:0 und hielt dieses Ergebnis trotz hohem Druck des Gegners bis zum Ende aufrecht. Der großartige Pfostenschuss von Päd wurde ebenso vom SSV beantwortet. Eine tolle Abwehrarbeit leisteten Peter und Ivo und da das Mittelfeld eine überaus engagierte Leistung zeigte und im Sturm gleich unser Knippser zugeschlagen hatte, schickten wir Päd SG mit einer Niederlage in die Pause.
Im Spiel SSV 1 : SSV 2 leistet der SSV 2 sozial kompatible Aufbauarbeit. Man stand zwar unter Druck, konnte aber die recht einfältigen Angriffe couragiert abwehren, da man ja wußte: der gibt nicht ab, der schießt immer nur druff, zurück spielen kennen die nicht, es geht durch die Mitte ... Kurz vor Schluss, ließen wir aus Korpsgeist dann das 1:0 für den SSV 1 fallen, was auch verdient war, da der SSV 2 auch wirklich kaum eine Torchance hatte und wir das Turnier offen halten wollten.
Nun kamen die Rückspiele: SSV 1 : Päd SG - Pädagogik spielte gefällig, druckvoll, klärte gut, erzielte das 1:0 und der SSV 1 wurde langsam unruhig. Erste Diskussionen auf dem Platz und weiterhin kaum ein Blick auf den Nachbarn ließen Frust aufkommen. Besser man redet nicht zu viel drüber, bis auf, hier kann man einiges verbessern. Zwar gab es einige Chancen, die teils brachial durchgesetzt und dann versemmelt wurden, aber der Ausgleich gelang nicht. Auch gegen SSV 2 konnten die Pädagogen siegen, da einmal die Abwehrmitte verwaist und dadurch ein Gegner vollkommen frei zum Abschluss kommen konnte. Ansonsten eine enge Kiste mit einem sehr konzentrierten Auftritt beider Teams. Beide Abwehren waren gut aufgestellt und die Stürmer kamen dadurch kaum mal zum Abschluss.
Im letzten Spiel ging es nun vereinsintern um die Krone. SSV 1 stürmte und drückte, war aber mittlerweile so angesäuert, dass zu viele Einzelaktionen zum abwinken beim Mitspieler und zu gegenseitigen Schuldzuweisungen führten. Lange stand es 0:0 bis Achim unglücklich oder verzweifelt Thomas im Strafraum zu Fall brachte. Der Elfmeter wurde dann humorlos versenkt und der SSV 2 gewann mit 1:0 und damit die Vereinsmeisterschaft.
Endplazierung: 1. Päd SG, 2. SSV 2, 3. SSV 1 - ein Sensationsergebnis, dass zu einem ARD Brennpunkt nach der Tagesschau führte.

Peter Jerie


Wolfgang Kammer Gedenkturnier (in Gedenken an Sportfreund Wolfgang Kammer, der die Mannschaft „Weintraube“ des SV Jena Zwätzen über 25 Jahre lang führte)

29.06.2009 - SV Jena - Zwätzen

Eine wirkliche Sternstunde erlebte am Samstag der gestartete Kader des SSV. Ein wenig aufgepimpt, durch Frischblut (u.a. Bernd´s Sohn und dessen Freundeskreis), waren wir wild entschlossen, den Turniersieg an uns zu reissen.

Unsere Mannschaft war bestens besetzt: Timo, Peter, Ivo, Tim, Frank im Tor, Andre, Jürgen und ein wenig Import wurden von Achim nach vorn gepeitscht. Im ersten Spiel waren wir noch nicht ausreichend abgestimmt, was kaum verwunderlich war, wo wir doch die halbe Mannschaft neu besetzt hatten. Wir verloren - na gut - mit 0:4. Danach kurze Besprechnung und schonungslose Einzelkritik und schon war klar: jetzt gehts aufwärts. Ich wechselte von vorn links auf hinten links und war selber erstaunt, dass hier keiner mehr durchkam. Der Gegner im 2. Spiel wurde nun zum Aufbau genutzt. Links ging ja nichts mehr, nach vorn dafür alles. Rechts hinten machte Jürgen den seriösesten Job überhaupt, so dass der Gegner am verzweifeln war. Eine Schwachstelle waren die offensiven Bemühungen von Bernds Sohn. Eigentlich hinten in der Mitte eine absolute Bank, trieb ihn sein jugendlicher Elan immer wieder in den Sturm, wo er theatralisch jedes Scheitern schauspielerisch hervorhob. Diese Zeit nutzte der Gegner, trieb den Ball nach vorn und spielte ihn in die Mitte, wo unsere Abwehr doch gerade vorn auf dem Rasen schauspielerte. Diese Gasse nutzend, wurde das 1:0 erzielt. Natürlich glichen wir im Gegenzug umgehend aus. Mehrfach gab es dann beste Siegchancen. Es war beinahe peinlich, wie der Torwart angeschossen wurde, oder der Ball von Timo unglaublicher Weise vorbei ging. So kamen wir über ein 1:1 nicht hinaus, wußten aber trotzdem: wir sind auf dem richtigen Weg. Die nächsten beiden Spiele waren dann eigentlich bloß noch Formsache. Die Gegner kamen hinten kaum mal bis zum Strafraum und vorn verwandelten wir nun sicherer und hätten eigentlich jeweils 4 Stück machen können, waren aber so bescheiden, den Gegner mit einem 2:0 zu entlassen. Unter anderem siegten wir gegen unsere Freunde von Wacker Wöllnitz und haben damit eigentlich einen Sponsorenvertrag mit der "Schönen Aussicht" sicher. Nach dieser Vorrunde, gab das Kampfgericht die Qualifikanten für die Halbfinals bekannt. Natürlich hatte sich der SSV qualifiziert und wurde mit der Begründung: Sieger im direkten Duell gegen Wacker Wöllnitz vollkommen berechtigt nominiert. Bloß unsere Freunde von Wacker Wöllnitz erkannten die Entscheidung des Kampfgerichtes nicht an, da sie ein Tor irgendwann mal weniger bekommen hatten und bestürmten das Kampfgericht. Im Sinne von Fairplay und da bei diesem Turnier blöder Weise keine Turnierregeln hinterlegt waren, ließen wir die Nachnominierung von Wacker Wöllnitz halt durchgehen, sehen uns als die moralischen Sieger und erwarten jetzt immer Donnerstags einen Dankbarkeitsstiefel unserer wackeren Gegner.

P.S. Unter Film seht ihr noch eine Liveimpression !

Peter Jerie


Historische Turniere:

Cup der guten Hoffnung 2008

siehe: http://ssv-jena.de/cup2008

Revanche gegen Böhlen - Spielbericht vom 1.06.2007

Wer erinnert sich nicht an 1973, als in der Qualifikation zum FDGB Pokal Chemie Böhlen die Zweite des FC Carl Zeiss Jena mit 2:0 aus dem Rennen warf ? Eine Niederlage, die allen Jenensern seitdem wie Blei auf den Schultern lag und in seiner Dimension bloß mit der Schmach von Cordoba (1978), Deutschland scheidet gegen Österreich mit 2:3 aus der WM zu vergleichen war.

Nun lag es also an uns, Chemie Böhlen die Grenzen aufzuzeigen und die kollektive Neurose Jenas zu beenden. Das Wetter zeigte sich der Situation angemessen dramatisch. 30 Grad Hitze, Blitz und Donner am Horizont, dazu die Drohung eines Wolkenbruches, der dann aber in der Ferne abzog, bildetete die Kulisse für dieses denkwürdige Spiel. Am Vortag hatten unsere Vorbereitungsspiele die Wichtigkeit einer bestmöglichen Mannschaftsaufstellung verdeutlicht und einige unserer Kader zogen die logischen Konsequenzen und schützen wichtige Termine vor, die ihren Einsatz gegen Chemie Böhlen verhinderten. Ich möchte hier keine Namen nennen, außer vielleicht Torsten, Matthias, Willi (auch wenn er Wolfgang heißt), Andre und Toralf. Für Ersatz war dank Timo gesorgt: Danke Timo. Presse, Funk und Fernsehen sowie hunderte Groupies sorgten für entsprechend stimmungsvolle Atmosphäre. Gleich die erste Unstimmigkeit in der Abwehr wurde vom Gegner zur Führung genutzt, ein Erfolgserlebnis, dass man als klassisches Gastgeschenk und zusätzlich als einmalige (Un)Aufmerksamkeit verbuchen konnte. Denn ab jetzt spielte bloß noch der SSV. Es gibt Begriffe wie: blitzgescheit, behände, ballsicher, kampfstark, dynamisch, überlegen, die alle treffend sind - aber am besten reflektiert das Ergebnis die Qualität des Treffens. Mit 16:4 siegte der SSV und es gab dabei Aktionen, deren Schönheit allen Aktiven die Tränen in die Augen trieben. Wer erinnert sich nicht auf ewig an den Kopfballtreffer unseres Kaders Erhardt oder aber an DAS TOR zum 14:4 durch (ich trau es mir fast nicht zu sagen) mich, ein Heber, unhaltbar für den Torwart, und genau 2 cm unter die Latte gezirkelt. Noch Stunden später kamen begeisterte Mitspieler, Gegner und Besucher, um mir anerkennend auf die Schulter zu klopfen und in Andacht und Verzückung zu verharren. Sicher, man kann sagen: dieser Treffer war galaktisch, einzigartig, brillant, perfekt, eine Augenweite - aber Jungs: wir sind ein Team und natürlich weidet auch ihr euch berechtigt an dem Glanz, den meine Qualitäten als Stürmer dem SSV verleihen. Nach dem Abpfiff mußten wir den Gegner beinahe venös ernähren, da die Anstrengungen des permanenten bestürmt werdens jede Energiereserve der Böhlener aufgezehrt hatte. Zum Glück hat der Thüringer hierzu Bier und Wurst erfunden, was als lebensrettende Sachspende unserer Seite nach Sachsen ging.

Noch tief in der Nacht waren die Schlachtengesänge unserer Fans im Paradies von Jena zu hören und beschlossen damit einen Tag, der für den Weltfußball einen Quantensprung darstellte.

Peter Jerie


Schloss Vippach - die Ministerianer kriegen den Arsch voll - 27.6.2006

Es gibt Tage, da passt einfach alles: die Idee, das Wetter, die Location und das Trikot. Na gut - bei dem einen oder anderen spannte es etwas, aber dieses "trotzdem" und das "jetzt erst recht" zeichnet eben unsere Mannschaft vor allen anderen Teams (weltweit) aus. Unser verdienstvoller Kassenwart Frank hatte mit einem launigen: die Feierabendkicker vom Ministerium wollen mal so richtig die Jacke vollkriegen den Stachel gesetzt. Wir waren heiß - und das sah man unseren überragenden Kombinationen auf dem Platz des SV Schloßvippach auch an. Aus einer massiven Abwehr mit unserem Leader Bernd ging es über das massive Mittelfeld mit dem genialen Organisator Matthias direkt zu unseren tödlichen Sturmspitzen. Hier wäre zu erwähnen, dass gerade ich durch begnadetes, engagiertes, revolutionäres Spiel die Entscheidung mehrfach auf dem Fuß hatte und damit den Gegner zermürbt und im Alleingang bezwungen habe - doch leider verbietet meine natürliche Zurückhaltung diese zutreffende Erwähnung. Unser Torwart Andre war eine Bank der die feindlichen Angreifer in die Verzweiflung trieb. Unsere Politik der Integration von Spielern des SV Schloßvippach gereichte uns nicht zum Nachteil, trotzdem diese Spieler natürlich unser brillantes System nicht umgehend adaptieren konnten. Was Wunder - sind wir doch seit Jahren eingespielt und harmonieren nunmehr blind, da wir die Laufwege, die technische Brillanz und nicht zuletzt die Athletik jedes SV Jena Mitgliedes schlafwandlerisch nutzen können. Das wir 6:2 gewonnen haben, versteht sich von selbst und setzt lediglich einen Trend fort, an den sich die Fifa bereits gewöhnt hat. Erfreulich war die Tatsache, das der Gegner, trotz peinlichem Ergebnis sich bei Bratwurst und Bier nicht lumpen ließ. Das sich danach Presse-, Funk- und Fernsehtermine überschlugen muss man als Profi, der in der Öffentlichkeit steht, eben hinnehmen.

Abschließend kann man sagen: es war einfach das beste Spiel dieser WM.

Peter Jerie


Kampf gegen die Luftwaffe - 2.6.2005

Zu einem beispiellosen Treffen der Giganten kam es gestern im Ernst-Abbe-Sportfeld der Stadt Jena zwischen dem SSV Jena und der Auswahl der Luftwaffe der Bundesrepublik Deutschland. In unendlicher Aufopferung, beseelt vom Kampf für die Ehre des SSV Jena und nicht zuletzt für eine adequate Außenwirkung unserer geliebten Heimatstadt haben unsere Fußballhelden am gestrigen Abend eine knappe und trotzdem ehrenvolle Niederlage hinnehmen müssen. Der schier übermächtige Gegner, praktisch eine Weltauswahl des Deutschen Heeres und seiner Elite, der deutschen Luftwaffe, hat im zähen Ringen um jeden Fußbreit Spielboden und Dank geringer, aber dann doch spielendscheidender konditioneller Vorteile, unsere verdiente 1:0 Führung in der ersten Halbzeit noch ausgleichen können und dann in der 2. Halbzeit durch garantiert regelwidrige Tore einen schmeichelhaften 3:1 Sieg erzielt. Unsere Fußballer zeigten sich dann aber in der 3. Halbzeit am Schleichersee sowohl in der Badefreude, dem Wurstessen, dem Bierkonsum und überhaupt allem dem nun ausgelaugten Gegner deutlich überlegen und beendete das Treffen als Tagessieger. Dieses Spiel und sein Nachspiel wird in die Analen des Weltfußballs ewig als leuchtendes Beispiel für Tugend, Kameradschaft und hierdurch zu erzielende Sympathie eingehen. Nun ja, so wars - und alle, die dann am Schleichersee nicht dabei waren, werden dieser vergebenen Chance ewig nachtrauern.

Peter Jerie